Das Wochenende ist da und das Ziehen in meinem Unterleib kündigt mir an, dass der Eisprung naht. Das Ausmaß meiner Geilheit verhält sich direkt proportional zu meinem monatlichen Zyklus. An den drei Tagen um den Eisprung herum wache ich schon morgens mit dem Verlangen nach Sex auf. Seit meiner letzten Beziehung sind inzwischen fast fünf Monate vergangen. Zwar habe ich den Gedanken an Alains weißen, glatten Alabasterleib aus meinem Hirn verbannt, aber die Erinnerung an seinen Schwanz erschauert noch gelegentlich meine Möse - Nachbeben sozusagen.
Manchmal ist es gut, Dinge, die nicht unbedingt miteinander einher gehen müssen, zu trennen. Nehmen wir zum Beispiel Liebe und Sex. Natürlich kann es der Himmel auf Erden sein, beides in einer Person vereinigt zu sehen. Andererseits resultieren aus dem Wunsch nach dieser Vereinigung erhebliche emotionale Risiken und Nebenwirkungen. Ich habe es gelernt, diese beiden Entscheidungen voneinander zu trennen. Wenigstens "für den kleinen Hunger zwischendurch". Die Größe der Stadt bietet eine wohltuende Anonymität. Dies eröffnet die Möglichkeit, Entscheidungen voneinander zu separieren, wenn man das möchte.
Ganz ehrlich - ich bin an diesem Abend mit dem festen Vorsatz losgezogen, mir etwas Geiles zum Vögeln aufzureißen. Ich begab mich sozusagen auf die Suche nach einer leckeren Mahlzeit. Zuerst überlegen. Hmm... Wonach ist mir heute? Ein süßes Stück Herrentorte? Deutscher Spargel aus Beelitz? Oder doch lieber ein Argentinisches Filetsteak? Hmmm. Südamerika wäre nicht schlecht. Schmeckt nach Sonne, Samba, heißen Latinorhythmen. Da kommt gleich Barcardifeeling auf. Also wie wäre es mit einem Latin-Lover? Oder zumindest einem, der so tut, als ob. Gehen wir alphabethisch vor. A wie "Alhambra". E wie "El Trocadero". S wie "Sparky´s". Rein logistisch gesehen liegt das "El Trocadero" am nächsten.
Das Separationsmodell
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Das Separationsmodell
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