Sergejs goldenes Tor

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Sergejs goldenes Tor

Sergejs goldenes Tor

Pierro Nennad

Am Ende der Gasse war das Nachtlokal in einem der alten, renovierten klassizistischen Häuser. Ivan zeigte Sergej die Front des Lokals, frisch weiß verkalkt und renoviert, dann gingen sie rechts in eine prunkvolle Hauseinfahrt über ein weitgeschwungenes Treppenhaus in den zweiten Stock. Ivan zeigte Sergej sein Zimmer am linken Ende des holzgetäfelten Flurs und sagte: "Du kannst dich hier mal ausrasten. Schlaf ein wenig. Der Boss kommt erst um Mitternacht." Dann machte Ivan einen Schritt zurück und bemaß Sergej mit den Augen. "Und ich kauf dir was zum Anziehen. Oder Robert sucht was aus. Irgendwas cooles. Momentan siehst du wie ein Penner aus. Und so kommst du mir nicht ins Lokal."
Er wandte sich brüsk ab und Sergej fühlte sich müde und beleidigt. Mann, das waren seine besten Freizeitsachen. Was erwartet sich denn dieser Stiesel von ihm? Als er das Zimmer sah, war er den Tränen nahe: Ein etwa 30 qm großer Raum, frisch tapeziert und mit schweren Möbeln ausgestattet. Rechts eine Tür zum Bad und zum Klo, ein breites modernes Bett, ein Fenster raus auf die Strasse... Wie im Himmel. Auf dem runden schweren Holztisch, der so poliert war, dass er sich darin spiegelte, lag ein Päckchen Marlboro und Streichhölzer, in der kleinen Bar in der linken Ecke fand er eine kleine Flasche Wodka. Sergej schenkte sich ein Glas ein und setzte sich an den Tisch. Er zündete sich eine Zigarette an und gurgelte mit dem Wodka. Nicht wegen dem Sperma. Sondern wegen Ivans Spucke, die in seinem Mund irgendwie nach Benzin schmeckte. Der Wodka tat seine Wirkung. Sergej fühlte sich angenehm schwer, zog sich bis auf die Unterhose aus und legte sich aufs gemachte Bett. Minuten später schlief er tief und fest.

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