She came in through the bathroom window

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She came in through the bathroom window

She came in through the bathroom window

Uwe Bauer

Das kalte Wasser rinnt mir über die Nasenflügel, den Hals, den Bauch, die blau schimmernde Glans hinunter auf die Beine. Meine vom Ackerboden verschmutzte Haut wird reingewaschen. Bald fühle ich mich wieder wie ein richtiger Mensch. Es sind dies die sonnigen, unbeschwerten Tage.

Deine Stimme schwebt unvermittelt durch das geöffnete Fenster und fängt mich ein wie eine warme, weiche Hand. Wassertropfen befinden sich auf meiner Stirn. Du schiebst die Gardinen beiseite und stehst plötzlich nackt im feuchtkalten Zimmer. Deine weißen Brüste sehen mich an.

Sprich doch zu mir! Meine Stimme klingt freundlich. Du kommst auf mich zu, stehst mir gegenüber. Deine Fingernägel bohren sich tief in meine rechte Gesäßhälfte. Ich weiche zurück, bin überrascht.

Würden wir miteinander sprechen, wählten wir Worte die klingen wie Apfelkuchen. Stattdessen aber herrscht Schweigen zwischen uns. Hände hasten in meiner Vorstellung zu immer neuen Körperregionen. Du dagegen erforschst mit deinem heißen Geschlecht meinen aufragenden Mast. Die Erregung kriecht mir über Nacken und Beine, konzentriert sich schließlich an der Spitze meines Geschlechts. In den Augen zwei Lichtblitze.

Die Brust in der Hand des Bauern wiegt schwerer als das rosa Euter der Kuh. Auf unseren Mündern ein Kuss, die Geschlechter dicht beieinander. So schließt sich der Kreis zweier Körper.

Wenn du die Augen öffnest, siehst du meine verdrehten Augen ganz nah. Dein gleichmäßiger Atem trifft meine Haut. Wassertropfen fließen über Körper und Wände. Dumpfe Schläge gegen die Duschtür. Herein! Heraus! So wird ein Kind gemacht.

Kinder aber werden mit der Zeit größer und Gefühle kleiner. Wenn ich jetzt von dir fortrennen würde, ließe ich nur böse Worte zurück. In letzter Zeit denke ich so oft Gedanken, die mich traurig machen. Es gab einmal eine Sonne, die höher stieg als der Apfelbaum in unserem Garten und eine Empfindung, die drängender war als das Kind, welches alle Aufmerksamkeit für sich beansprucht.

Das gute Gewissen der Leute holt uns aber rechtzeitig ein. Es kehrt uns mit seinem Besen zusammen wie zwei Bananenschalen auf der Straße. Wir landen in einem engen Müllcontainer. Dort liegen wir übereinander und erstarren. Ich bin dir näher als es mir lieb ist, spüre eine Überempfindlichkeit an meinen Geschlechtsteilen. Draußen wäscht ein Gewitter die Straße rein. Man redet so viel. Der Teufel möge uns holen.

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