Von seiner Position aus hatte er freien Blick auf ihre intimsten Geheimnisse. Und diese Vorstellung gefiel ihr. "Ja, mir geht es gut, aber wäre das jetzt nicht ein auch schönes Bild?" Und mit diesen Worten zog sie ihre Knie ein wenig an und klappte ihre Schenkel, soweit sie in ihrer Lage konnte, nach außen. Es war eine vollkommen unüberlegte, total spontane Aktion. Was war nur in sie gefahren? So offensiv hatte sie sich noch niemandem präsentiert, schon gar nicht einer Kamera. Instinktiv schloss sie schnell wieder die Augen, als könnte sie sich so der Situation entziehen und ihrer zwiespältigen Gefühle besser Herr werden.
Auch der Fotograf war überrumpelt. Er musste den Anblick erst mal innerlich aufnehmen, bevor er ihn auch zu Fotos verarbeiten konnte.
Ja, es wurden dann wirklich sehr schöne Bilder. Am Schluss dieser Aufnahmeserie kniete er tief zwischen ihren Schenkeln und fing die inzwischen von ganz allein weit geöffneten Schmetterlingsflügel in ihrem Schoss mit ein paar Großaufnahmen ein.
"Könnte man das auch filmen, wenn ich mich nochmal durch den Sand wälze?" Es klang eigentlich mehr wie eine Bitte als wie eine Frage. Sie hatte offensichtlich noch nicht genug. Und wenn er ehrlich zu sich selbst war, ihr Gedanke gefiel ihm. Er schaute sich um, die Sonne war schon ein Stück weiter gewandert und ließ jetzt eine hellgraue Kiesfläche am anderen Rand der Grube aufleuchten. "Versuchen wir das auf einem anderen Untergrund, da drüben vielleicht?" Sie folgte seinem Blick und war einverstanden. "Ok. Helfen Sie mir auf?" Barfuß folgte sie ihm die etwa fünfzig Meter bis zur angesprochenen Stelle. Schritt für Schritt änderte sich der Boden, hier lag kein Sand mehr, es waren auch keine vom Wasser rund geschliffenen Kiesel, sie gingen über frisch gebrochenen feinen Split. Den Unterschied kannte sie aus ihrer Arbeit beim Baumarkt. Split, das hieß eckige Steinchen mit rauer Oberfläche und teilweise scharfen Kanten.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.