Ich habe dich immer gerngehabt, Liam, aber irgendwie habe ich mich von dir entfernt. Als ich dich heute in diesem Garten arbeiten sah, wusste ich sofort, dass das ein großer Fehler war!“ Liam fiel auf, dass sie nicht ruhig sitzen konnte. Sidney zappelte auf der Küchenbank, wobei sie ihre Hände auf den Oberschenkeln abstützte. Ihr Po wischte über den Sitz, während ihre Wangen die Farbe wechselten. „Du hast dich ein bisschen seltsam verhalten. Ich hatte manchmal den Eindruck, dass du glaubst, dass du etwas Besseres wärst!“ Sidney blickte auf die Tischplatte. Sie erinnerte sich an den Segeltörn mit einem Jungen aus ihrer Klasse. Auf dem See trafen sie auf Liam, der in einem Schlauchboot unterwegs war. Sidneys Bekannter machte sich einen Spaß daraus, Liam zu jagen und Sidney unternahm erst sehr spät etwas dagegen. Liam bekam eine Gischt ab, die sein Gummiboot unter Wasser setzte, bis Sid endlich eingriff. Dieses Ereignis trieb ihr nun die Schamröte ins Gesicht. Dazu kam die Sache mit dem Festival, bei dem Liam sich bloßgestellt fühlte. „Du hast genügend Gründe, um auf mich sauer zu sein. Genau deswegen bin ich hier, Liam!“ Er sah sie fragend an. Liam spürte deutlich ihre Verunsicherung, die er näher ergründen wollte. „Was soll das heißen? Dass du dich bei mir entschuldigen willst?“ Sid nahm ihren Mut zusammen, als sie Liam ehrlich antwortete. „Ja, das will ich und darüber hinaus möchte ich, dass du mir eine Strafe gibst!“ Jetzt errötete Liam. Er konnte sich denken, auf was Sidney da anspielte. In der Grundschule kam es in der vierten Klasse zu einem gemeinsamen Ausflug in ein Schulmuseum. Dort saßen sie in einem historischen Klassenzimmer, wo ihnen von einer redegewandten Museumsführerin erklärt wurde, wie in früheren Zeiten die Schüler in der Schule bestraft wurden. Sidney drückte bei diesen überaus interessanten Ausführungen Liams Hand.
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