Zu viele Männer für Martha

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Zu viele Männer für Martha

Zu viele Männer für Martha

Wulff Triebsch

Als ich vor dem Swinger-Club auf Marion, Sven und Katja wartete, bemerkte ich einen Mann, einen gedrungenen Kerl, der vor dem Eingang unruhig auf und ab schritt. Er zog immer wieder nervös an einer Zigarette, die er zuletzt auf den Boden mit der Schuhsohle austrat.
„Warten Sie hier auch auf Ihre Partnerin?“, wollte er wissen. - Ich nickte; er deutete auf den Türsteher. „Er lässt mich ohne Frau nicht rein.“ Der Mann machte wieder ein paar Schritte, kehrte um und blieb genau vor mir stehen. „Ich bin mit Martha, meiner Frau, zum ersten Mal hier. Sie muss gleich da sein.“ Er trat ganz nahe an mich heran. „Unter uns Männern können wir ja offen darüber reden, warum ich mit ihr hierherkomme: Sie ist völlig ohne Antrieb, ihren Motor müsste jemand mal ankurbeln. Mir ist das noch nicht gelungen. Deshalb will ich mit ihr diesen Club besuchen. Vielleicht gibt es hier jemanden, der ihr zeigt, was beim Sex ein Höhepunkt ist.“
Er musterte mich abwartend mit einem prüfenden Blick. „Sagen Sie, hätten Sie nicht Lust? Wir könnten uns doch da drinnen mit unseren Frauen treffen, und sie auf privater Ebene tauschen: Sie mit meiner, und ich mit Ihrer.“ - Ich atmete tief durch: „Wissen Sie, ich glaube kaum, dass meine Frau so einfach mit Ihnen ... Aber im Club finden Sie sicherlich andere Frauen, mit denen Sie den Abend verbringen können.“
Der Mann stieß einen Seufzer aus; ich schwieg und schaute mich um, ob nicht endlich Marion, Sven und Katja auftauchen würden.
Er wandte sich noch einmal an mich: „Andere Frauen gibt es da, sagen Sie? – Na ja, hoffentlich keine, die so teilnahmslos im Bett reagiert wie Martha.“ Er machte wieder eine Pause; diesmal blickte er verlegen zu Boden. „Ich weiß auch nicht, was ihr fehlt. Ich ficke sie immer ordentlich durch; wenn es sein muss, täglich; da bin ich trainiert.“

Eine Frau näherte sich. „Das ist sie!“, rief der Mann erleichtert und wartete, bis sie vor ihm stehen blieb. Sie warf mir einen Blick zu, lächelte; ich lächelte verlegen zurück.
„Na ja! Dann gehen wir doch hinein“, meinte der Mann und schob mich hinter seiner Frau zum Eingang. Ich zögerte zuerst. Doch seine Frau drehte sich um und warf mir einen bittenden Blick zu.
Der Türsteher nickte nur, als wir zu dritt den Club betraten. „Schatz, ich schaue mich hier schon einmal um“, erklärte der Mann und deutete mit einem Augenzwinkern auf seine Frau, die sich auf einen Barhocker in der Lounge neben mir niederließ und mich anschaute, lange, bedeutungsvoll lange.
„Möchten Sie etwas trinken?“, fragte ich sie. Sie nickte. „Einen Kaffee zum Aufwachen.“ Als der Barkeeper eine Tasse Kaffee vor sie hinstellte, ergriff sie sie mit beiden Händen und trank sie in mehreren Schlucken aus.
Ich konnte mir endlich ein genaueres Bild von ihr machen. Doch außer ihrer dunklen Jacke und ihren schulterlangen hellbraunen glatten Haaren bemerkte ich nichts Besonderes an ihr. Die Jüngste war sie nicht mehr. Sie machte auf mich keinesfalls einen verschlossenen Eindruck, doch ihre Stimme klang nach Stress und ihr Gesicht machte einen ermatteten Eindruck. Nur dieser lange alabasterfarbene Ohrschmuck zog meine Aufmerksamkeit auf sich. Was es darstellte, konnte ich aus meiner Entfernung nicht erkennen.
Endlich huschte ein kurzes Lächeln über ihr Gesicht. „Martha“, stellte sie sich fast flüsternd vor, „Wulff“, erwiderte ich.
„Das erste Mal hier?“, fragte ich und legte fast tastend eine Hand auf ihren Arm. Sie nickte mir wortlos zu und wich auch nicht zurück, als ich mit meinen Fingern an ihrem Arm aufwärts zu ihrer Schulter fuhr und über ihren Hals streichelte. - Kein Blick, keine Erwiderung, keine Reaktion. Ich zog enttäuscht meine Hand zurück, richtete mich mit einem unüberhörbaren Seufzer auf und überlegte, ob es nicht besser war, diese Frau in Ruhe zu lassen.
Als ich mich erhob, spürte ich plötzlich ihre Hand auf meiner. „Willst du schon gehen?“, hauchte sie und schaute mich bittend, fast flehentlich, an. Mein Blick fiel wieder auf ihre Ohrringe. Diesmal erkannte ich, was es war: helle männlich erigierte Phallus-Figuren - gleich zwei!
Meine Gedanken machten eine Kehrtwende, schoben alle Zweifel an dieser Frau zur Seite und kreisten zuletzt nur noch um die Vermutung, dass sich hinter Marthas apathischem Verhalten mehr Lust und Leidenschaft verbarg, als sie zu zeigen bereit war, wenn man von diesen Phallus-Ohrringen absah. Möglicherweise war das hier nur der falsche Ort, damit Martha ihren Gefühlen freien Lauf lassen konnte.
Ich ergriff entschlossen ihre Hand. Sie fragte noch nicht einmal, wohin ich sie führte, sondern folgte mir willig in einen Umkleideraum. „Hier kannst du dich umziehen“, erklärte ich ihr. „Dort liegt ein Bademantel.“ Sie blieb untätig stehen, als wüsste sie nicht, wie man eine Bluse aufknöpft und einen Rock auszieht. Ich trat auf sie zu, öffnete Knopf für Knopf ihre Bluse auf, die ich ihr auszog und auf einen Stuhl daneben legte. Zu meinem Erstaunen trug sie keinen BH darunter. Ich blickte auf zwei kleine zarte Brüste, von denen zwei hellbraune Knospen steil emporragten. Meine Hand strich wie zufällig darüber, als ich weiter abwärts zum Bund ihres Rocks fuhr, den ich öffnete, sodass er zu Boden glitt und ihre Schenkel freigab. Aus einem blauen Slip ragten vereinzelt Schamhärchen heraus, in der Mitte glaubte ich einen feuchten Fleck zu erkennen.
Ich reichte ihr den Bademantel, wartete, bis sie ihn angezogen hatte, und führte sie, nur mit einem Handtuch um meinen Schoß, aus dem Umkleideraum.

Wir ließen uns auf einer Liege in einem Raum nebenan nieder. Ich dachte an die Klagen ihres Mannes und hauchte tastend einen flüchtigen Kuss auf ihre Wange, meine Hände umspielten ihren Hals und legten ihre Schulter frei, über die ich mit meinen Lippen zärtlich strich, mehr um herauszufinden, ob ich Marthas Lust auf diese Weise erwecken konnte.
Sie schien meine Berührung gar nicht wahrzunehmen; auch nicht, als ich mit einer Hand abwärts zu ihren Brüsten fuhr. Ich beobachtete aufmerksam, ob sie meine Annäherung billigte. Doch sie zeigte keinerlei Abwehr, überhaupt keine Reaktion, auch nicht, als ich die Knospen ihrer Brüste vorsichtig zwischen zwei Fingern rollte und mich mit einer Hand suchend zu ihrem Schoß vortastete. Aufmerksam verfolgte ich ihr Mienenspiel, um herauszufinden, ob ich dort geduldet war. Meine Hand drang tiefer zwischen ihre Schenkel, die ich auseinanderspreizte. Sie ließ alles teilnahmslos über sich ergehen.
Ich spürte Ärger, Zweifel und Argwohn zugleich: Ärger über die Gleichgültigkeit dieser Frau meinen Bemühungen gegenüber, Zweifel, dass sie zu irgendeiner Art lustvoller Erregung fähig war, Argwohn, dass es sich überhaupt nicht lohnte, sich mit dieser apathischen Person zu befassen. „Was ist mit dir, Martha?“ – „Nichts, was soll mit mir sein?“, erwiderte sie kühl und wandte mir lächelnd ihr Gesicht zu.
Ich versuchte es mit einem Kuss auf ihren Mund. Meine Zunge drängte sich tief zwischen ihre Lippen, berührte ihre Zunge, mit der ich spielen konnte wie mit einem herrenlosen Ball, der sich ziellos umhertreiben ließ. Wieder fiel mein Blick auf diese Phallus-Ohrringe. Sie schienen mich aufzufordern, nicht aufzugeben.
Mit einer Hand tastete ich entlang ihrer Schenkel zu ihrem Slip, den ich abstreifte. Mein Blick fiel auf den dichten Busch ihrer Schamhaare und auf den fleischfarbenen Spalt ihrer Schamlippen, die sich erstaunlich feucht anfühlten.
Meine sexuelle Erregung gewann Oberhand. Ich umfasste ihre Handgelenke, streckte ihren Körper auf der Liege aus, spreizte ihre Schenkel und beugte mich dazwischen. Wir blickten uns direkt in die Augen, als ich zum ersten Mal mein Glied in die Tiefe ihres Schoßes stieß, einen Rhythmus fand, allein, ohne dass Marthas Körper mitschwang. Sie hielt ihre Augen geschlossen, als meine Bewegungen heftiger und schneller wurden, bis ich mich stöhnend in sie ergoss.
Auch meinen Orgasmus hatte sie ohne Anteilnahme über sich ergehen lassen. Ich dachte wieder an die Klagen ihres Mannes.
Doch beim Anblick der Ohrringe meldete sich wieder mein männlicher Instinkt: Irgendwann musste Martha doch eine Reaktion zeigen, zumindest ›Nein‹ sagen, wenn ich eine Grenze überschritt! Aber mein Bauch sagte mir, dass diese Frau überhaupt keine Grenzen kannte, und ich mit ihr machen konnte, was immer mir in den Sinn kam.
Ein ›Nein‹ war höchstens aus Marthas Gefühlswelt zu erwarten, wenn es so etwas bei ihr überhaupt gab. Ich dachte darüber nach, auf welche Art man ihre Gefühle ›erproben‹ konnte. Vielleicht sollte ich sie mitnehmen in meine eigene Welt der Gefühle und Fantasien, in eine Welt voll mit Sex und grenzenloser Männlichkeit, mit ekstatischen Feiern und tiefer sexueller Befriedigung, vor allem aber ohne Tabus. Dabei könnte ich ihr zum Beispiel erzählen, welch orgiastische Begegnungen mit kräftigen wollüstigen Männern ihr noch bevorstünden, wenn sie mir willfährig und widerstandlos folgte. Solche Erlebnisse könnte ich erzählerisch ins Unermessliche steigern, ohne dazu Marthas Körper in Anspruch zu nehmen. Ich musste ihr nur glaubhaft versichern, dass alles auch ihr widerfahren würde, wenn sie mich nicht rechtzeitig mit einem ›Nein!‹ aufhielt.
Ich blickte mich suchend um, bemerkte eine Tür mit der Aufschrift ›Zutritt verboten - Privat‹ und zeigte darauf. „Weißt du Martha, was hinter dieser Tür geschieht?“ Sie schüttelte den Kopf und schaute mich neugierig an.
Ich umarmte sie, als müsste ich sie fürsorglich beschützen. „Dahinter findet eine satanische Sex-Messe statt.“ Sie blickte mich mit hochgezogenen Augenbrauen erwartungsvoll an. „Wenn ich dir ein Zeichen gebe, lässt du deinen Bademantel fallen und schreitest splitternackt durch diese Tür.“ Sie schaute mich erstaunt an. „Und dahinter warten sieben athletisch gebaute Männer auf dich. Sie tragen hochgeschlitzte Kutten wie Mönche, sind aber darunter nackt wie du.“
- Martha schloss kurz ihre Augen, als würde sie sich das so besser vorstellen können.
„Du wirst vor einem großen Mann mit einer roten Kutte niederknien, seinen steifen Penis zwischen den Schlitzen der Kutte hervorholen, ihn tief in deinen Mund einführen und ihn so lange mit deinen Lippen und deiner Hand massieren, bis sich sein Samen in deine Kehle ergießt. Du schluckst ihn und wenn du fertig bist, erhebst du dich und kniest dich vor dem nächsten nieder, holst dessen gigantischen Penis aus der Kutte und bearbeitest ihn, bis auch er sein Sperma in deinen Mund spritzt.“
- Martha löste sich plötzlich aus meiner Umarmung, richtete sich auf und schaute mich mit zugekniffenen Augen an: „Sieben Männer, sagst du? - Das sind zu viele. Das macht keine Frau. Es müssen weniger sein!“ Sie sank wieder zurück in meine Arme, kuschelte sich dazwischen und verharrte erwartungsvoll mit geschlossenen Augen.
„Gut, dann sind es weniger Männer. Sagen wir fünf.“ – „Nein, nur vier“, entgegnete sie. Ich atmete einmal tief durch, bevor ich fortfuhr. „Also gut: Wenn du den Samen der vier Männer geschluckt hast, kehrst du zurück zum Ersten mit der roten Kutte, beugst dich vor ihm nach vorne und spreizt deine Beine, sodass er sein riesiges Glied von hinten tief in dich hineintreiben kann, wie die anderen, die auf ihm folgen.“
- Martha schlug ihre Augen wieder auf und blickte mich an. „Nach vorne gebeugt mit gespreizten Beinen? - So kann man nicht lange aufrecht stehen. Erst recht nicht, wenn man von vier kräftigen Männern genommen wird.“ Sie drängte sich zurück in meine Arme und schloss wieder ihre Augen.
„Gut, dann sind es nur drei Männer. Aber du wirst von hinten genommen.“ Ich wartete ab, ob Martha Einwände hatte. Sie schwieg. „Jeder der Drei bemüht sich dabei mit kräftigen Stößen, die Spuren seines Vorgängers aus deinem Schoß zu vertreiben, um Platz für seinen eigenen Orgasmus zu schaffen. Du selbst fällst jedes Mal mit einem höllischen Schrei in eine tiefe Ekstase und hältst dich gleich danach bereit für den nächsten Schwanz.“
Martha löste sich erneut aus meinen Armen, richtete sich auf und schaute mich an. „Weißt du eigentlich, wie erschöpft man nach so etwas ist? Wenn man es so ekstatisch leidenschaftlich treibt wie in deiner Erzählung, sind Drei dann auch noch zu viel“, erklärte sie.
Mit einem tiefen Stoßseufzer entschloss ich mich, nur noch von zwei Männern zu sprechen. „Bleiben noch der eine mit der roten Kutte und der andere mit der dunkelbraunen übrig.“ Martha lächelte und strich über meine Wange. „So gefällt mir deine Geschichte viel besser“, meinte sie und schmiegte sich zurück in meine Arme.
Ich überlegte, wie ich die Geschichte von der Sex-Messe weitererzählen und das Satanische darin auch mit nur zwei Männern zur Geltung bringen konnte: „Der Mann mit der roten Kutte stößt sein Öl glänzendes Riesenglied durch deine geschmeidige Rosette in deinen Po. So aufgespießt sinkst du zusammen mit ihm rücklings auf ein Sofa und bietest dem anderen Mann mit der braunen Kutte deinen weit geöffneten Schoß dar. Er stößt von vorne in dich; so durchdrungen von hinten und vorne, stöhnst und wimmerst du leidenschaftlich voller Lust, bis sich beide in dich ergießen.“
– Martha richtete sich wieder auf, blickte auf die Tür mit der Aufschrift ›Zutritt verboten - privat‹ und stieß einen Seufzer aus. „Da brauche ich erst gar nicht hineinzugehen. Das habe ich zwei Mal in der Woche“, erklärte sie. „Zwei Mal in der Woche?“, fragte ich erstaunt. Sie zögerte und richtete sich in meinen Armen auf. „Du verrätst das hoffentlich nicht meinem Mann.“
Als ich ihr zusagte zu schweigen, sank sie wieder in meine Arme und erzählte, dass sie im Hauptberuf Sekretärin in einem Hotel war, aber nach Feierabend einer weiteren Beschäftigung in einer Peep-Show nachging. Ihre Tätigkeit war an sich sehr einfach: Sie betrat zusammen mit einem Partner einen Show-Raum, den man von Kabinen aus einsehen konnte. Sie zogen sich dort gegenseitig aus, streichelten und küssten sich zärtlich. Das war alles.
„Mehr nicht?“, fragte ich. Mehr sah die Lizenz für diese Veranstaltungsform nicht vor, berichtete sie. „Verstehst du: Wir machen uns 20 Minuten lang an, sind am Ende der Show jedes Mal total aufgedreht geil und fallen anschließend in einem Nebenraum übereinander her wie zwei gierige Wölfe“, schilderte sie ihre Lustgefühle, machte eine Pause und blickte mich an. „Und seit Kurzem vertrete ich eine Kollegin, die es mit zwei Männern gleichzeitig macht. Anschließend nehmen sie mich geil erregt dazwischen, genauso wie in deiner Erzählung. Und wenn ich von dieser Arbeit nach Hause komme, wartet dort noch mein hochpotenter Mann auf mich. Irgendwann ist auch meine Lust auf Mann aufgebraucht.“
Sie hob ihren Kopf, gab mir einen zärtlichen Kuss auf die Wange. „Bei dir ist das was ganz anderes. In deinen Armen fühle ich mich wohl und geborgen. Wenn ich morgen wiederkomme, erzählst du mir noch so eine schöne Geschichte?“ Martha grub sich tief zwischen meine Arme. Das feine Säuseln ihrer Atemzüge verriet mir, dass sie dabei war einzuschlafen.

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