Sigillenzauber

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Sigillenzauber

Sigillenzauber

Syba

Anwendungshinweis:
Dieser Akt niederer Magie lässt sich theoretisch auch mit Uneingeweihten vollziehen.
Aber –wer würde das schon wollen? Sex mit Uneingeweihten?
Es ist mir sehr peinlich. Aber ich war jung und verzweifelt.
Für einen Zauber braucht eine Magierin im Prinzip nur eines: den Willen.
D.h. wenn sie sich nur klar wird, was sie eigentlich will, kann sie ohne weiteres loszaubern. Im Lauf der Zeit wird das natürlich immer schwieriger. Dann stellen sich Fragen wie:
„Wenn ich etwas völlig Unmögliches will, warum krieg ich es dann nicht?“
Eine Grundtechnik des einfachen Zaubers ist die Herstellung eines Sigills. Der Willenssatz wird in ein grafisches Zeichen oder eine sprachliche Form gebracht und durch eine geeignete Trancetechnik geladen. Verwendet man eine sexuelle Trance können Sprachsigillen etwas aufwendig sein,
„Nezit sram rechem biseng prem onesin noselir eked.“
Dadurch sind sie möglicherweise geeignet, den Orgasmus zu kontrollieren.
Auf dem Markt schlenderte dieser Barbar auf mich zu, -
Ist das nicht fantastisch, hier in der Bärenstadt gibt es wirklich alles, was das Herz begehrt: orientalische Märkte, mittelalterliche Spelunken, fröhliche Geselligkeiten mit Minnesang und Schwertkampf, Fachgeschäfte für Voodoo-Bedarf, es gibt nette Eremitentreffen,
diverse Tempel, Wicca, die Saturnbrüder, Chaosmagier, Barbaren, Indianer, Kampfmönche und auch die „Church of the Subgenious“ hat hier eine Zweigstelle.
Also, auf dem Markt schlendert dieser Barbar auf mich zu, bekleidet mit einem purpurnen Lendenschurz. Über der Schulter hatte er sein unsägliches Instrument, eine Sackpfeife, dazu langes Haar und einen spitzen Bart.
Und überall ist er mit Amuletten behängt, auch an seinem wildledernem Feigenblatt, als ob solche billigen Abwehrzauber irgend jemanden abhalten könnten.
„Schöne Beine“ sag ich.
„Öh. Danke“ sagt der Barbar.
Barbaren. Sie lieben das Leben wild, nach dem Motto: fressen, saufen - und dann mal weitersehen.
„Wußtest Du, dass im Orient offenes Haar Wollust bedeutet?“
„Äh, ja?“
Da nehme ich meine Haarspange raus. „Jedes einzelne.“
Soll ich ihm sicherheitshalber noch mal die Sache mit Rapunzel erklären?
Ich geh einfach wieder an die Arbeit, ich schaffe mindestens 20 bis 25 Wahrsagungen, bis er das verstanden hat.
Das Sigill, das Zauberzeichen wird raumgreifend auf ein Laken aufgemalt, dass dann mit sämtlichen sexuellen Körpersekreten ordentlich getränkt werden sollte. Die Ästhetik dieser Variante ist sicherlich überwältigend. Der Nachteil ist, das ein ahnungsloses Sakrament durch ein Sigill zu sehr beeindruckt und dadurch unbrauchbar werden kann.
Selbst die Schlafenden spüren, dass ein Sigill ungewöhnliche Ausstrahlung hat.
Wahlweise kann man auch den Körper des Sakraments beschriften, z.B. mit handelsüblichem Makeup oder Schokoladensoße, die meisten mögen das. Auf jeden Fall sollte ein geladenes Sigill schließlich zerstört, abgeschwitzt, abgeleckt, verbrannt, vergraben, in die Waschmaschine gesteckt oder sicher verwahrt werden.
Sexualsekrete sind auch magisch so ziemlich das Gefährlichste, was es gibt.
Jedenfalls, der Deal mit dem Barbaren war folgendermaßen: Er wollte einen Fick, ich einen Zauber. Und einer von uns beiden kriegt beides.
Schließlich auf dem Lager vor der Feuerstelle gleite ich in den Rhythmus seines Atems und dringe unter seine Haut. Er greift nach meinen Titten und fängt an zu spinnen.
„Oh, Großmutter, warum hast Du so große Ohren...“
Keine Witze über mein Alter, du kleiner Macho. Du hast keine Ahnung, was Du Dir da grade aufgerissen hast.
Das Ritual beginnt mit der Vorbereitung, der Bannung. Und gebannt bist du ja schon.
„Lalaladubistgebanntlalala“
Frag nicht nach den seltsamen Zeichen, und wenn du die Worte hörst, die du nicht verstehst, oder beobachtest, daß meine Lippen sich bewegen, „Dsin Jerchu Fabrat Mezulan Chimag!“
- dann ist es schon zu spät.
Du spürst das Fallen, das Vergessen und den Ausbruch der Kraft. Feuer! Es brennt.
In Deinen Lenden, es brennt.
Oh ja, wie er sich windet.
Mein kleines Rotkäppchen, jetzt ist es soweit.
Mein Wille ist ausgesandt wie ein Pfeil, gezielt auf das Herz des Chaos.
Dies ist ein Ritual und du, mein Süßer, bist das Sakrament.
Dein Körper ist zu Kuchen geworden, und die Lust ist Wein.
Ein kurzes Zucken und er ist hinüber. Und das Sigill ist geladen.
„Oh, Großmutter, warum hast Du so große Zähne?“ Er untersucht sich auf Schäden.
Obacht. Keine Witze über mein Alter! Sonst kann es sein, dass ich mit Dir noch nicht fertig bin...
Vielleicht könnte ich doch einen frischen Kerl gebrauchen, es wird wohl wieder Zeit für eine kleine Verjüngungskur, von wegen „Großmutter“.
Eine Verjüngungskur ist einfach: eine Hexe fängt sich einen jungen Mann, verwandelt ihn durch geeignete sexuelle Stimulation und ein ganz kleines bisschen Magie in eine fleischfressende Bestie und verbringt eine Nacht in einem dunklen Raum mit ihm. Und morgens ist sie dann jung.
Aber dieser hier ist einfach zu peinlich. Es kommt wohl vor, dass manche Techniken einen kleinen Suchteffekt haben, aber das?
Neulich kam er wieder „ganz zufällig“ vorbei, wollte - duschen und riß sich mitten auf der Straße zur Freude der Nachbarschaft das Zeug vom Leib.
Und tat dann plüschäugig, kam angekrochen mit „es war doch so schön mit uns“...
Übrigens fand ich dann später heraus, dass bei manchen barbarischen Stämmen „Oh Großmutter“ ein Ausruf ist, ähnlich wie „Oh Gott!“ bei den Christen oder „Oh Scheiße“ bei den Materialisten.

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