Ohne zu zögern, zieht er sein T-Shirt über den Kopf und zeigt uns seinen kunstvoll tätowierten Oberkörper. Ich will mich jetzt noch nicht ausziehen, kremple daher nur mein Hemdsärmel hoch und öffne einen weiteren Knopf am Kragen. Marc ignoriert Franzis Appell komplett und fragt stattdessen in die Runde: „möchte noch jemand was essen? Wenn nicht, würde ich gerne zum gemütlichen Teil übergehen und mit dem Spiel beginnen.“
„Was denn für ein Spiel?“, fragt Tommy.
„Ein ... Gesellschaftsspiel, würde ich sagen“, antwortet Franzi. „Dabei geht’s darum, Fragen zu beantworten und Aufgaben zu erledigen. Es ist so ähnlich wie Wahrheit oder ...“
„Jetzt warte doch, bis wir den Tisch abgeräumt haben“, fällt ihr Marc ins Wort und sammelt die ersten Teller ein. Sofort packen alle mit an, und kurz darauf haben wir das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine und die Essensreste in den Kühlschrank verfrachtet. Miriam kramt ein paar Schälchen mit Chips und Erdnüssen herbei und Marc schenkt Getränke nach. Während dessen platziert Franzi zwei Stapel mit Spielkarten und einen Würfel in der Tischmitte, daneben stellt sie eine durchsichtige Plastikbox mit eindeutigen Utensilien: man erkennt ein paar Blindfolds, einen kleinen Flogger, Black Tape, einen roten Seidenschal, mehrere Tuben Gleitgel, einen Minivibrator und eine Handvoll Kondome. Vor jeden von uns legt sie je eine Nummernkarte und einen runden, silbernen Chip mit einem Joker-Symbol drauf. „Seid ihr bereit?“
Wir nicken und schauen sie erwartungsvoll an.
„Gut. Dann erkläre ich euch jetzt die Regeln. Vor euch auf dem Tisch seht ihr zwei Stapel mit Karten und ein Würfel. Der eine Kartenstapel ist für die Damen, der andere für die Herren der Schöpfung.“
„Wie fürnehm“, sagt Miriam und äfft Franzi nach. „Ein Stapel für die Damen und einer für die Herren.“
„Und wofür ist das ganze andere Zeug?“ fragt Tommy.
Franzi ignoriert die beiden und fährt mit ihrer Erklärung fort.
schreibt Amorelio