Silvia raunte ihm etwas zu:
„Wollen wir über Pfingsten etwas gemeinsam unternehmen? Meine Mama ist bestimmt einverstanden, wenn du uns in der Pension besuchen kommst!“ Anton nickte, wobei er seine neugierige Hand zurückzog. Dann kam auch schon der Bus. Sie saßen sich gegenüber, kommunizierten notgedrungen mit den Augen. Der Mundschutz ließ ja nichts anderes zu. Silvia war froh, dass Anton diese Krankheit überstanden hatte. Sascha redete nur Scheiße! Anton war ja der lebende Beweis, dass dieses Corona real war! Ein weiterer Vorteil schien Silvia offensichtlich: es brauchte kein Mindestabstand eingehalten werden, wenn sie mit Anton alleine zusammen war. Sie musste früher aussteigen. Silvia winkte ihm nach, bis der Bus aus ihrem Sichtfeld verschwunden war.
Am Pfingstmontag klingelte es. Martha wusste über diesen Besuch Bescheid, da ihr Silvia schon alles berichtet hatte. Nun war sie dennoch überrascht, als sie die Tür der kleinen Pension öffnete. Vor ihr stand nicht nur ein scheu blickender, junger Mann, sondern auch dessen stattlicher Vater. Pavel lächelte charmant, womit er Martha zu Herzklopfen verhalf. Nun kam auch Silvia hinzu, die übers ganze Gesicht strahlte. „Guten Tag, die Damen! Ich dachte mir, dass ich meinen Sohn Anton zu seinem Rendezvous bringe. Ich wollte mich bedanken, dass ihn ihre Tochter Silvia eingeladen hat.“
Martha war baff, da sie so ein Verhalten lange nicht erlebt hatte. Der große, schlanke Vierzigjährige schien ein Kavalier alter Schule zu sein. Dem 18-jährigen Jungen war die Höflichkeit seines Vaters wohl eher unangenehm. Martha schmunzelte, als er an Silvias Hand in deren Zimmer verschwand.
Sie führte Pavel in ihre Wohnung. Es waren nur zwei Gäste angereist. Durch die Einschränkungen verzichteten viele auf ihren liebgewonnenen Pfingsturlaub, zumal Marthas Pension in keiner Touristenhochburg lag. Ihr war es momentan ganz Recht so.
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