Die einzige unfertige Stelle befand sich unterhalb der Schamhaargrenze. Nun war Thies' Gelegenheit gekommen, dieses Jahrhundertwerk zu vollenden. Er atmete tief durch, klappte den Malkoffer auf und entnahm ihm eine wassergefüllte Spritze, mit der er den Pinsel anfeuchtete. Mit zittrigen Fingern öffnete er die Maltöpfchen mit den braun- und den rosa-Tönen. Er wusste von Männern, Kollegen, die heimlich Frauen fotografieren, vielleicht die Geliebte zuhause, die ahnungslos nackt schlief, am offenen Fenster. Thies stellte sich das sehr kribblig vor – aber wie war es erst, eine Frau heimlich zu malen? Ob Simone tatsächlich schlief? Ihre regelmässigen, tiefen Atemzüge liessen aber keinen Zweifel offen. Ihre Augenlider zitterten ein wenig, und Thies hatte sie ja schon oft schlafend gesehen. Noch nie jedoch mit nacktem Unterleib, sonnenbeschienen, und offen für die Kunst.
Simones geöffnete Spalte. Ihre kleinen Labien waren sehr gut zu sehen, und als erstes mischte Thies die dunkelrosa Farbtöne. Als Gedankenstütze nahm er das innere Bild einer Auster zu Hilfe. Er malte einfach eine kleine, süsse Auster mit den Farben einer Orchidee. Simone hatte schmale Schamlippen, ebenfalls Ausdruck ihres sportlichen, eleganten Körpers. Ein Gesamtkunstwerk eben. Thies reizte es, ihre winzige Cliti etwas überzubetonen, was er aber dann bleiben liess. Seine Stärke war die realistische Malerei.
Nach einer Stunde schlief Simone noch immer. Konnte das sein? Thies war aber viel zu beschäftigt, um sich dazu Gedanken zu machen. Sein Herz raste, als drei Spaziergängerinnen mit einem Babywagen erschienen und ihnen einen interessierten Blick zuwarfen.
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