Augenblicklich schrumpfte er zu einem Aal zusammen und schlängelte sich ins Wasser. Dort harrte er zwischen Steinen und Algen der Dinge, die da kommen sollten. Ein weiterer feuchtwarmer Morgen senkte sich übers Inselreich. Das Wasser kräuselte sich sanft, und ein leichter Wind bewegte die Blätter der Kokospalmen. Sina knöpfte gedankenverloren ihren Pareo auf. Am Meeresstrand, mit ihren Freundinnen, stieg sie jeweils lachend mitsamt ihrer Kleidung ins Wasser. Das war so üblich. Das hier war aber etwas, das nur ihr ganz allein gehörte. Sina liebte die Einsamkeit, die ja nur von kurzer Dauer war. Bald würde sie sich wieder um die Fischernetze, ihren ewig hungrigen kleinen Bruder und den sabbernden Grossvater kümmern müssen. Nackt wie Gott sie geschaffen hatte, setzte sie einen Fuss ins Wasser und erschauderte. Dann machte sie beherzt ein paar Schritte, bis ihr das Wasser an den Oberschenkeln stand.
Dem Aal fielen fast die Augen aus dem Kopf. Er sah ja aus seiner Optik nur Sinas Füsse, Waden und Schenkel. Aber was für Füsse! Was für Waden! Was für Schenkel! Er bekam immer mehr von Sina zu sehen, je tiefer sie ins Wasser watete. Als er ihr tiefschwarzes, gekräuseltes Wäldchen erblickte, versteifte er sich sogleich, derart erregte ihn das. Es störte ihn keineswegs, dass Sina sich auf einen Stein setzte und er sich somit nur mit ihrem Unterkörper zufrieden geben musste. Diese wunderbaren Konturen! Sina hatte den Hintern einer Göttin. Dieser elegante Rücken! Selbst in ihre Kniekehlen verliebte sich der Prinzen-Aal. Dann sah er etwas, das ihn vollends die Fassung verlieren liess. Sina öffnete ihre Schenkel und streichelte zärtlich ihr Wäldchen, das sich dazwischen befand. Der Prinz bekam eine zartrosa Muschel zu sehen – etwas, das er in seinem Prinzenleben nie zu Gesicht bekommen hatte.
Sina und der Aal
6 5-8 Minuten 0 Kommentare
Sina und der Aal
Zugriffe gesamt: 6420
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.