Sina hatte in der Tat keine gewöhnlichen Brüste.
Sie hatten die Form von Kokosnüssen und waren so prall und fest, dass ihre ebenso schönen Freundinnen vor Neid erblassten, wenn sie sie sahen. Das Wasser perlte an den dunklen Brustwarzen ab. Sina hatte riesige Nippel. Wie gerne hätte der Aal seinen Kopf daran gerieben, aber die Situation erlaubte das keineswegs. Sina schlang sich in ihren rotgelben Pareo, packte den Aal wieder beherzt an der Leibesmitte und machte sich auf dem Weg zu ihrem Vater. Sie würde ihre Drohung wahr machen. Keiner sollte sie belästigen bei ihrem täglichen Bad. Lachend klatschte Sinas Vater in die Hände. „Was haben wir denn da?“ Sina erzählte ihm nicht die ganze Geschichte, weil es ihr peinlich war. Ihr Vater legte das Tier auf eine Holzbank, schwang das Fischbeil drei Mal über seinem Kopf… und… ZACK! Der Kopf des armen Aals landete direkt in Sinas Schoss. Ein letztes Mal schaute er sie an. „Ich bin der verwandelte Prinz von Fidschi“, sagte er, „und ich liebe dich“. Sina erstarrte. Allmählich wurden die Augen des Aals stumpf, noch stumpfer, als Aal-Augen sonst schon sind, und er sagte einen letzten Satz. “Begrabe mich in der Nähe deiner Quelle. Aus mir wird ein Kokosbaum wachsen, und das Fleisch seiner Früchte soll dich laben, seine Blätter sollen dir Schatten spenden. Dann entschlief er. Sina kullerten ein paar Tränen über die Wangen, so gerührt war sie. Sie tat wie ihr geheissen – und siehe da... binnen Wochenfrist schoss die schönste Palme aus dem Boden, die die Insel je gesehen hatte. Sie trug siebzehn Kokosnüsse, für jedes Lebensjahr, das Sina bereits hinter sich gebracht hatte, eine. Seither haben beim genauen Hinschauen alle Kokosnüsse das Gesicht eines Aals… Augen, und einen Mund.
Was Sina nicht wusste: Fortan wurde sie dutzendfach beim Baden beobachtet... von jeder Kokosnuss ein Mal.
Liebe macht kopflos.
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