“ Theresas Augen wirkten noch größer, als sie das hörte. Ihre Hände suchten nach ihrem hinteren Kleidersitz, der ganz furchtbar zu jucken anfing. Dass Käthe ihren Hintern versohlen wollte, überforderte das stolze Mädchen. In einer ersten Reaktion lehnte Resa empört ab:
„Du spinnst wohl, Käthe! Ein Fräulein Borowka kann sich nicht derart demütigen lassen. Niemals!“
Käthe grinste nur, als sie konterte: „So, so und was ist mit Herrn Bühler gewesen? Der hat dem hochwohlgeborenen Frollein ja auch das Höschen stramm gezogen, oder stimmt das etwa nicht?“
Theresas von Schamröte geflutetes Gesicht sprach Bände. Ihr fiel ein, dass ihr ja auch der Papa den Hintern verhauen hatte. Dies geschah ja erst kürzlich, als sie an der Ostsee in der Sommerfrische waren. Nun trat Inge hinter einem Rosenstrauch hervor. Theresa spürte, dass es jetzt ernster wurde.
Das eitle Mädchen, spielte an ihren dunklen Haaren, die sie von ihrer Mama geerbt hatte. Inge und Käthe bemerkten Resas Verlegenheit. Das aus dem Osten stammende Mädchen schämte sich nun wegen ihres kindischen Verhaltens. Theresa rang sich dazu durch, Inge um Entschuldigung zu bitten.
„Es tut mir leid, Inge, wenn ich mich dumm verhalten habe! Ich weiß auch nicht, aber manchmal bin ich so schrecklich eifersüchtig…“ Inge küsste sie zart auf die Wange. Sie lächelte, als sie entgegnete:
„Entschuldigung angenommen, Resa! Findest du aber nicht auch, dass du noch eine kleine Strafe verdient hast?“ Unter Theresas Rock kribbelte es so arg, dass sie sich beinahe gekratzt hätte. Die schöne, junge Frau erregte sich an dem Gedanken, von ihren Freundinnen übers Knie gelegt zu werden. Ohne darüber nachzudenken, antwortete sie: „Oh ja, ich glaube, dass ihr Recht habt…“
Käthe schlug vor, dass man sich abends auf dem Heuboden treffen sollte. Dieser Ort war immer noch am sichersten, wenn es um unbeobachtete Begegnungen ging.
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