Die eine verdrehte die Augen genervt nach oben, eine andere wischte kopfschüttelnd mit ihrer Hand vor den Augen, um zu 'zeigen, dass sie ihn bescheuert fand und wieder andere wandten sich einfach wieder ab. Nein, hier könnte er nie landen, so sehr er sich dies angesichts anfangs, befeuert von offen angedeuteter Sympathie der schmalen Brunetten, hatte vorstellen können. Bereute wenigstens eine, nicht zwischen ihre verlangenden Lippen bekommen zu haben, was er sündhaft verschwendet hatte?
Odysseus hatte den Sirenen heldenhaft widerstanden. K. hatten sie nicht einmal zu umgarnen gesucht, sie hatten gefangen durch ihre schiere Existenz als vitale, anziehende, erregende Lockung. Seine Faszination, die Folge ihrer erotischen Ausstrahlung, jener seelisch-sinnlichen Aura, empfanden sie nicht einmal als Kompliment, geschweige denn als Geschenk. Nur der netten Brunetten fester, sympathischer, ein wenig bedauernder Blick streichelte sanft seine Seele, verständnisvoll, absichtslos ein Glück verheißend, dessen Verwirklichung nach Haltung beider im Blick ineinander Versinkender niemals angestrebt werden würde. Dieser letzte Rest an Respekt für ihn und seine Gefühle hätte ein Trost sein können, doch es kam noch schmerzhafter.
Die Doppelgängerin von Elizabeth Debicki hatte auf dem Bauch gelegen und räkelte sich nun hoch auf die Knie, blieb mit Kopf, Schultern und Brust jedoch auf dem Saunatuch liegen. Weit gestreckt gaben ihre Pobacken den Blick frei auf ihre prächtige Rosette und ihre glatte Vulva. Ein gezielte, weil ansonsten sinnfreie, Provokation in seine, des Spanners Richtung? Er hätte sich hinter sie Knien können in Anbetung und am liebsten hätte er, obwohl umfassend entleert, gierig mit seinem Mund, seiner Zunge, seinen Lippen ein Feuerwerk in ihrem Unterleib entfacht. Stattdessen musste er sich desinteressiert geben, um nicht Anstoß zu erregen, und entfernte sich. So war ihm nur ein beiläufiger Blick in ihr Paradies gegönnt. Es tat weh genug. Er ging bitter den nassen Weg zurück zur Ruhezone, wo seine Gattin längst, wie erwartet, über ihrem Buch eingeschlafen war.
Liebster! hauchte sie, als sie vom Zurechtrücken seiner Liege wach wurde. Schön, dass Du wieder da bist, lächelte sie, streckte die Arme aus nach ihm und forderte mit einer zarten Schnute ein Küsschen ein. Diese sanften Liebkosungen berührten in stets im Innersten, doch die Erfahrung hatte in gelehrt, hier nicht in Hoffnung aufzuleben, nicht immer zu glauben, zu fühlen, zu sehnen, jetzt wird alles gut. Eheküsschen nannte er die. So schön sie waren, sie verkündeten nach außen, wir berühren und küssen uns noch, anders als so viele andere in langjährigen Beziehen. Tatsächlich verhießen sie in aller sanften, berührenden Zärtlichkeit nichts Kommendes. Sie sagten letztlich fast immer nur: bis hierher und nicht weiter.
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Und K.?
Morgen ging es wieder nach Hause - ein Segen, denn hier lief im wahrsten Sinne des Wortes das pralle Leben an ihm vorüber.
Das hatte er nun wirklich satt.
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