"Ich liebe Komplimente", fuhr sie charmant grinsend fort, und rekelte sich verträumt im Sitz. Dabei strafften sich ihre wundervollen Brüste zu festen Kugeln. Sie zeigten sogar, der Hitze zum Trotz, kleine stramme Erbsen unterm feuchten Gewebe des Shirts.
"Ich hatte übrigens heute nur einen winzigen Apfel zum Frühstück", summte sie schmachtend; "und du hast so viele schöne Sachen in deinem Kühlschrank". Dabei fuhr sie sich mit der Rechten über ihr kleines Bäuchlein, das wie auf Kommando ein klägliches Knurren vernehmen ließ.
Nun grinste er breit, bis sie über ihre Dreistigkeit verlegen wurde. Aber der Parkplatz rückte immer näher, und Paul freute sich auf ein Picknick mit der schönen Fremden Endlich setzte unser Held den Blinker. Das Relais tickte, und ein großes (geradezu hörbares) Aufatmen ging durch die Blechkolonne, als der Bus schließlich auf den Schotter der Parkbucht rollte.
"Ich heiß übrigens Sirie", stellte sich die Fremde vor, als sie elegant vom Beifahrersitz glitt und sich katzenhaft streckte. "Außerdem bin ich eine Hexe, und du solltest mich auf unserer Reise gut behandeln, ja geradezu verwöhnen, dann bringe ich dir auch Glück."
Der Fahrer glaubte ihr aufs Wort. Dieses schöne, wilde Geschöpf, das ohne jede Schminke reiste, hatte ihn schon jetzt verzaubert.
Zu diesem Zeitpunkt ahnte Paul noch nicht, dass sie es mit "unserer Reise" durchaus wörtlich meinte, und dass seine Reise eigentlich gerade erst am Anfang stand. Höflich bot er ihr einen Klappstuhl an.
Während er ein schnelles Festmahl aus Büchsen zauberte, schweifte der Blick der Rothaarigen über Felsen und Meer, als würde sie in eine völlig andere Welt schauen. Verträumt spielte sie an ihren großen silbernen Ohrringen, während er die kulinarischen Spezialitäten des Hauses "Konservius" auftrug: Die unter Fahrensleuten hoch geschätzte "Serbische Bohnensuppe", die er mit weißem Stangenbrot garniert hatte.
Sirie
oder die Hexe vom Straßenrand
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Sirie
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