Sita, Mon Amour

Begierde - Teil 2

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Sita, Mon Amour

Sita, Mon Amour

Joana Angelides

Was mir auffiel, war, dass dieser offenbar selbsternannte „Guru“ das einzige männliche Wesen hier war. Sollten dass alles seine Frauen und die Kinder alle von ihm sein?
Er herrschte die Kinder an und sie stoben auseinander und versteckten sich teilweise hinter den langen Röcken der Frauen, teilweise flüchteten sie in die Büsche. Sie sahen alle ein wenig verwahrlost und ungepflegt aus, die Frauen hielten, seit er da war, ihre Blicke gesenkt.
Da es aber nun schon abends war, wollten wir nicht wieder wegfahren, die nächste Behausung war einige Stunden entfernt.

„Selbstverständlich werden wir uns Ihrem Wunsche fügen, doch erlauben Sie, dass wir diese Nacht noch hier lagern, wir fahren dann gleich Morgen Früh“ bat ich. Wir konnten ja im Jeep schlafen, auf keinen Fall wollte ich im Haus übernachten, es sah sehr desolat aus. Mein Ziel hatte ich also nicht erreicht, er wollte nicht mit uns sprechen.
Er nickte nach kurzer Überlegung. Dann befahl er den Frauen wieder ins Haus zu gehen. Ich überschlug, wie viele Menschen hier hausen. Es waren acht Frauen und unzählige Kinder. Drei der Frauen waren schwanger.
Es war ein steter gewisser Lärmpegel in der Luft. Die Kinder machten Krach, die Frauen stritten auch offenbar untereinander und manches Mal schrie der Mann etwas dazwischen, was man hier draußen jedoch nicht verstehen konnte.
Wir saßen im Auto und beratschlagten, was wir tun sollten, als eine der Frauen mit einem Napf in der Hand die Treppe herunterkam und zu einem Verschlag ging, den Holzriegel wegschob und den Napf hineinreichte. Zwei dünne Arme kamen daraus hervor und nahmen ihn, zusammen mit einem Stück Brot in Empfang.
Sita richtete sich angespannt auf.
„Haben Sie das gesehen, Mister Peter, Sir?“, sie sagte noch immer Mister Peter, Sir zu mir, obwohl wir uns so nahegekommen sind.
„Ja, da ist offenbar jemand eingesperrt!“, ich war entsetzt, „wenn es dunkler wird, werde ich mich anschleichen und nachsehen!

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