Sitz der Vernunft

18 12-19 Minuten 0 Kommentare
Sitz der Vernunft

Sitz der Vernunft

Andreas

Die hübsche Frau spielte nervös mit einer Haarsträhne, die sie mehrfach um ihre Finger wickelte, aber dies geschah aus einem unterschwelligen Gefühl der Unsicherheit. Eigentlich glaubte Sophie, dass sie Frau Schöller auf den Arm nehmen wollte, um ihr einen Schrecken einzujagen. Als Sophie sich rechtzeitig auf den Weg machte, saß Chantal schon auf ihrem gewohnten Platz. Frau Schöller schob einen Stuhl vor die Tafel, den sie so platzierte, dass Chantal eine gute Sicht auf das Geschehen hatte. Schritte näherten sich, die zum Klassenzimmer führten. Sophie klopfte kurz, ehe sie den Raum betrat. Als sie Chantal erblickte, verfinsterte sich ihre Miene. <Das wird Frau Schöller nicht wagen, ganz sicher nicht!> sprach sie sich Mut zu. Barbara enttäuschte sie schwer!
„Schön, dass du wenigstens pünktlich bist! Wir wollen gleich beginnen, Sophie! Ich sehe, dass du heute Hosen trägst. Nun, die müssen runter, so leid es mir tut! Na, worauf wartest du denn noch?“
Sophie fror plötzlich, obwohl es ein warmer Abend im Mai war. Sie hatte sich extra für ihre neue Wedgie-Jeans entschieden, die sie in einem teuren Second-Hand Shop erstanden hatte. Die hoch geschnittene, ausgewaschene Hose trug ihren Namen zu Unrecht, da ein eingearbeiteter Keil das sogenannte Wedgie-Problem (auf Deutsch Arsch frisst Hose) verhinderte. Sophie ging es aber weniger um diesen modischen Vorteil, als um die Tatsache, dass ein Jeanshintern besser vor Schlägen schützt! Sophie ärgerte sich nun, dass sie nicht einen ihrer Miniröcke angezogen hatte. Den hätte die Lehrerin hochheben können, wogegen sie ihre Jeans selbst ausziehen musste. Noch dazu vor Chantals leuchtenden Augen! Sophie verkniff sich eine Widerrede. Sie nestelte an ihrem schicken Ledergürtel, dessen Schnalle sie zittrig öffnete. Jetzt zog Sophie den Reißverschluss auf, um dann aus der Hose zu steigen. Barbara deutete auf die vordere Bank.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 4358

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben