Doch zugebenerweise war nichts von dem, was in den letzten Wochen im ehelichen Schlafzimmer vor sich gegangen war, wirklich neu gewesen: Ja, so mancher Hieb fiel heftiger als zuvor aus und ja, der eine oder andere Plug war eine Nummer größer gewesen – aber sonst?
Nate wusste, dass es an ihm lag. Bridget liebte den Exzess, fürchtete ihn aber in gleichem Maße. Sie liebte den Tabubruch, ängstigte sich aber auch davor. Der Tabubruch versprach die Befriedigung ihrer Begierden – gleichzeitig bestand immer die latente Gefahr, dass es kein Zurück gab. Denn der sexuelle Exzess war wie eine Wanderung am Rande des Abgrunds: Aufregend, abenteuerlich, intensiv. Was aber, wenn man in das Loch fiel, in die Dunkelheit? Wann immer sich Bridget von ihrer eigenen Sexualität hatte verschlingen lassen, war sie nach einigen Stunden wieder ausgespuckt worden – zurück in ihr „normales“ Leben. Doch Bridget war sich nicht sicher, ob sie nicht eines Tages Gefangene ihrer eigenen Lust bleiben würde…
Bridget schaffte es nicht, sich selbst dieser Gefahr, ihrer sexuell aufgeladenen Angstlust, auszusetzen. Wenn sie also sagte „Ich will mich endlich wieder einmal so richtig spüren“ meinte sie „Sorge endlich dafür, dass ich mich wieder einmal so richtig spüre!“ Und wenn Bridget ihr „Da muss es doch noch etwas geben“ äußerte, hörte Nate „Sorge dafür, dass dieses ETWAS endlich geschieht!“
Nate wusste also, dass es wieder an ihm lag. Darum hatte er beschlossen, Bridget auf einem Sklavenmarkt versteigern zu lassen. Schon öfters hatten Bridget und Nate im BDSM-Club diesen Versteigerungen beigewohnt. „Das mache ich nie!“, bekräftigte Bridget immer. Nate merkte aber, wie sehr Bridget vom Exhibitionismus der Frauen, dem Voyeurismus der Männer und den provokanten Outfits angezogen wurde. Lack, Latex und Leder waren die übliche Verpackung der feilgebotenen Ware.
Sklavenmarkt
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