Da waren weiße Overknees von Pleaser: Lack, Plateau, Stiletto-Absätze, auffällige Schnürung auf der Rückseite. Provokanter ging es in Sachen Schuhmode nicht. Daneben lag ein schwarzer Body mit transparenten Einsätzen und Reißverschluss im Schritt. Die passenden Armstulpen durften nicht fehlen. Auffallend war auch die weiße Lederjacke im Bolero-Look. Das glänzende Leder, die Riemen, die silbernen Reißverschlüsse und Schnallen versprühten ebenso Rotlicht-Flair wie die restliche Mode. Der Minirock, den Nate gefunden hatte, war absurd kurz und würde kaum ihren Schritt bedecken. Er passte aber perfekt zum Lederjäckchen.
„Das zieh‘ ich nicht an! Damit sehe ich aus wie eine Prostituierte!“, rief Bridget. Beim Anblick der Sachen hatte sie schlagartig die ihr zugewiesene Rolle vergessen.
Nate fühlte sich unbehaglich. Bridget hatte in der Sache völlig recht. Aber darum ging es jetzt nicht. Er hatte den dominanten Part inne und musste in seiner Rolle überzeugend sein. Er musste darauf bestehen, dass Bridget tat, was er ihr sagte. Heute wollte der Dom von seiner Sub, dass sie wie eine Hure aussah. Wenn es ihr überhaupt nicht passte, was mit ihr geschah, musste sie nur das Halsband abnehmen. Dann war das Spiel aus Dominanz und Unterwerfung vorbei.
„Du ziehst an, was ich vorbereitet habe!“, antwortete Nate kühl. Er war erstaunt, wie streng und gelassen er klang – angesichts seiner eigenen Verunsicherung. Seine eigene Stimme kam ihm fremd vor. Bridget schien ähnliches zu empfinden: sie hielt augenblicklich inne, schien erstaunt über die Konsequenz in der Stimme ihres Mannes zu sein. Kurz passierte nichts – es herrschte gespenstische Stille. Gedanken und Gefühle rasten durch den Kopf der blonden Frau.
„Beklage dich nicht! Du bist es, die mit aller Vehemenz deine und unsere Grenzen hinausschieben will! Also jammere nicht!“, sagte Nate streng.
Sklavenmarkt
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