Sklavenmarkt

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Sklavenmarkt

Sklavenmarkt

T. D. Rosari

In diesem Moment verschwamm die Grenze zwischen der Person, die er im Alltag zu sein glaubte und jener, die er in diesem Rollenspiel war: Nate MEINTE, was er gerade gesagt hatte: Es war Bridgets ewige Begierde, die sie beide stets aufs Neue aus ihrer Komfortzone zwang. Und es war Bridgets Neigung zu sexueller Unterwürfigkeit, die ihn zwang, Initiativen wie diese zu ergreifen. Nate war schon in der Planung dieser Nacht mehrfach über seinen Schatten gesprungen – Bridget zuliebe.
„Meinetwegen. Aber so gehe nicht außer Haus!“, erklärte Bridget trotzig, raffte in einer abwertenden Geste die Kleidungsstücke zusammen und verschwand beleidigt im Badezimmer.
Nate setzte sich. Er atmete tief durch und rieb sich zur Beruhigung mit den Fingern über den Nasenrücken. Lustvoll war dieser Abend bisher nur bedingt, fand er.
Dies änderte sich, als Bridget wenige Minuten später aus dem Bad kam. Das, was er sah, war irritierend und erregend: Die Overknees waren noch perverser, als er gedacht hatte. Bridget war nun fast 1,90 groß, der Saum der Stiefel reichte bis zu ihrem Schritt. Der Minirock war nicht mehr als ein breiter Gürtel, ihr Nabel schimmerte durch das transparente Material des Bodys. Die Jacke war ultrakurz, passte aber perfekt. Der ganze Look schrie „Fick mich!“, aber mit Großbuchstaben und drei Rufzeichen. „FICK MICH!!!“
Fast wäre Nate ein verblüfftes „Himmel!“ entkommen; auch musste er darauf achten, dass ihm nicht die Kinnlade herunterfiel. Mit aller Kraft bemühte er sich um Contenance. Er versuchte, sich seine Verblüffung und Irritation nicht anmerken zu lassen.

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