Wir richten ihren Rock und ihr Top, aber sie muss auf jeden Fall auf der Toilette noch ein wenig an sich arbeiten.
Meine Musterung bleibt nicht unbemerkt, und Ina fragt:
„Seh ich so schlimm aus?“
„Nichts, was mit Kamm und ein bisschen Wasser nicht zu richten wäre, aber ich habe mir gerade vorgestellt, wie schön es gewesen wäre, dich gänzlich nackt zu sehen. Vielleicht werde ich heute Nacht davon träumen“, setze ich schmunzelnd hinzu.
Ina nestelt schon an ihrem Rock herum, um sich ganz zu entkleiden, was ich gerade noch verhindern kann.
„Nicht! Hör auf! Du bist schon so lange vom Fest weg, dass sich vielleicht einige Gedanken machen. Bei mir fällt es nicht auf, bei dir schon.“
Ein bisschen widerwillig gibt sie nach, blickt mich an und sagt: „Danke, dass du mir deine versteckte Seite offenbart hast. Sie gefällt mir sehr!“
„Nur einen Bruchteil davon. Dieser Teil von mir ist vielschichtig, und du hast nur einen Schatten davon kennengelernt“, antworte ich schmunzelnd.
„Lerne ich die anderen Nuancen auch noch kennen?“
„Nicht jetzt und vielleicht auch nie, doch ich denke, das wusstest du schon vorher.“
Mit diesen Worten schiebe ich sie zur Tür, öffne sie einen Spalt und spähe hinaus. Niemand zu sehen, aber ich höre zwei Männer, die sich bei der offenen Toilettentür die Hände waschen und dabei die Vorzüge einer Frau auswerten.
Gleich darauf verlassen sie das Gebäude, und es wird still. Jetzt schnell, bevor wieder jemand kommt! Ich schiebe Ina zur Tür hinaus und bemerke durchaus, dass ihr der schnelle Abschied gar nicht gefällt. Es geschieht aber bewusst. Zum einen aus den schon erwähnten Gründen und zum anderen, weil ich gerade ein wenig überfordert bin, nachdem mein Verstand wieder normal arbeitet. Der, der in den letzten Minuten die Zügel in der Hand hatte, lacht sich ins Fäustchen und überlässt mich meinen Gewissensbissen.
Gerade noch rechtzeitig ist Ina in der Damentoilette verschwunden, als ich Nele, meine Schwiegertochter, mit einer anderen Frau auf dem Gang kommen höre. Ich bleibe bei der einen spaltbreit geöffneten Tür stehen, um zu sehen, ob es Schwierigkeiten gibt, und die gibt es! Nicht wegen Ina und mir, aber wegen Inas Mann. Er hat sich mit viel Bier total abgeschossen, wäre beinahe in den Dorfteich gefallen und liegt jetzt schnarchend neben der Rutsche des Kinderspielplatzes. Ina wurde gesucht, weil man der Meinung ist, ihr Mann sollte nach Hause gebracht werden. Bevor die Frauen mit Ina außer Hörweite geraten, bekomme ich noch mit, dass ein Taxi gerufen werden soll, mit dem die beiden zu ihrem Haus ins Nachbardorf fahren.
So ne Matscherei
Keiner von euch kennt mich wirklich! - Teil 2
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So ne Matscherei
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