Dunkel ist es unter der Treppe, die hoch zum Saal führt. Die Beleuchtung ist nur für den Gang eingeschaltet, der zu den Toiletten führt, und der Schein reicht nicht bis zu mir. Auch die beiden Türen hinter mir sieht man nur aus meiner Position, wenn man sich an die schwachen Lichtverhältnisse gewöhnt hat. Die eine Tür führt in den Heizungsraum und die andere in das Lager, in dem auch die Biertischgarnituren sonst stehen. Weil ich die Heizung warte, besitze ich einen Schlüssel, der auch zum Lagerraum passt. Aufgeschlossen habe ich schon und warte, dass Ina kommt.
Inzwischen hat sich mein Verstand wieder gemeldet und schimpft mich einen Schwerenöter. Das Gewissen rät mir, nicht weiter zu gehen. Inas Mann ist mit den Folgen seines Unfalls schon genug gestraft, jetzt auch noch seine Frau zu vögeln – schändlich, meint eine innere Stimme. Der, der aber die Zügel führt, hält dagegen, dass wir seine Freigabe haben.
Früher habe ich mir nie so viele Gedanken gemacht, aber nachdem ich mit meiner Ex vor der Trennung unzählige Streitgespräche mit ähnlichem Inhalt geführt habe, meldet sich mein Gewissen doch schneller zu Wort.
Ina kommt, und das zwingt mich, eine schnelle Entscheidung zu treffen. Gewissen oder Lust auf diese scharfe Frau – wer macht das Rennen?
Natürlich der, der die Zügel in der Hand hält: „Ina, hier“, raune ich.
Sie hält inne, sieht mich nicht und ist unschlüssig. Ich trete einen Schritt vor, damit sie erkennt, wo es herkommt, und nach einem kurzen Blick zum Eingang huscht Ina zu mir. Dann muss alles schnell gehen, bevor die Frau, die noch in der Damentoilette ist, herauskommt.
Zügig drücke ich Ina in den Lagerraum und schließe die Tür von innen ab. Nur der Schein der Außenbeleuchtung, der zum kleinen hochliegenden Fenster hereinscheint, wirft einen Lichtkegel in den hinteren Bereich des Raumes.
So ne Matscherei
Keiner von euch kennt mich wirklich! - Teil 2
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So ne Matscherei
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