Sperrsitz Spielchen

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Sperrsitz Spielchen

Sperrsitz Spielchen

Madam Lasterhaft

Das Papierknöllchen einer abgelaufenen Zuschauerkarte in meiner Jackentasche war mittlerweile ein bombenhart gepresstes Kügelchen. Ein weiters kleines Fitzelchen wurde an seiner perforierten Seite zwischen meinen Fingerkuppen geknibbelt, bis es weich wie ein Stückchen Seide war. Ein wenig Aufregung gestand ich mir zu, der Rest musste diese beiden Sachen in meiner dunklen Jackentasche aushalten.

Neben mir ratterte eine der Filmvorführmaschinen unermüdlich. Hohe Türme von aufgerollten Abrisskarten warteten an den Wänden aufgeschichtet darauf verbraucht zu werden. Da erschien auf der Leinwand im Dunkel des Saales oben links ein weißes Dreieck, kurz darauf folgte der weiße Kreis rechts. Höchste Zeit den anderen Projektor in Gang zu setzen! Die vielen Bilder der Filmrolle begannen ihren gewohnten Weg vom angedockten Spulengestell durch den Laufkanal über Zahn- und Umlenkrollen. Geschafft! Die Vorführung konnte lückenlos weitergehen. Ich atmete erleichtert auf. Der erste Film war schon einmal nicht gerissen! Die Kosten für eine neue Kopie waren deutlich höher als das was ich in der Zeit in der ich dort gearbeitet habe erwirtschaftet habe und die nächsten Monate verdienen werde.

Ich spulte den gezeigten Film zurück, klebte das Ende mit einem Klebestreifen an und legte ihn in die metallene Dose mit dem schon vorhandenen Stückchen Papier mit dem Hinweis „Einmal gerissen und markiert.“ Mit Filmen war das ein wenig wie mit einmal verletzten Körperstellen. Die Narben waren irreversibel zu sehen und blieben eine Schwachstelle. Ein Filmleben lang.

Ich nahm mit meinen Fingern einen Pinsel aus der Schatulle und strich damit behutsam über die Kanäle und das Lichtfenster des ausgedienten Projektors. Da lasse ich mir nicht nachsagen ich sei nicht gewissenhaft. In keiner meiner Dinge pflege ich einen laissez fairen Stil.

Die Kurzbogenlampe des zweiten Projektors warf einen hellen Lichtkegel in den Vorführraum. Das unbarmherzig helle Licht enttarnte jedes Staubkörnchen, welches ihm in den Weg kam. Der Film war ein Mainstreamschinken. Das Publikum war üblicherweise Ausdruck gelebter Mittelmäßigkeit des gesellschaftlichen Durchschnittes. Ein paar wenige Gestalten hatten sich in die zweieinhaltstündige Nachmittagsvorführung geschleppt. Vielleicht als Kontrast zur glühenden Sommerhitze, oder angelockt vom Sonderpreis für diese unbeliebte Vorführzeit. Wer wusste das schon genau. Ich musste über die unscharfe Reflektion der Leinwand auf der polierten Glatze eines einsamen Zuschauers schmunzeln als mir noch zwei weitere Gestalten neben einer Handvoll Menschen, die sich im Raum verteilt hatten, auffielen. Die stark gekräuselten, langen Haare der ersten Gestalt waren eine regelrechte Mauer aus Locken, welche sich hin und herbewegte bei jeder Kopfdrehung zu der anderen Gestalt, die etwas kleiner und gedrungen wirkte. Das Geschlecht konnte ich nicht ausmachen. Die Haare lagen knapp am Kopf an und mussten dunkel sein.

Ich musterte die Handlung des Streifens. Typisch gedeckte Farben und Grautöne stellten den stereotypen Alltag eines Büromitarbeiters eines Großraumbüros dar. Wasserlilie, Pullunder, Papierkorb. Kurzum, der Film war zum Sterben eintönig. Ich blickte auf das Zuschauerduo, von der zweiten Gestalt war nichts zu sehen. Seltsam, ich hatte niemand zu einem der Ausgänge schleichen sehen. Ich musste herausfinden, was hier vor sich ging. Der Filminhalt konnte kaum Grund zur lebhaften Diskussion sein. Ich kam mir ein wenig vor wie ein Forscher, der seine Laborratten in seinem Käfig beobachtet.

Ich überließ dem tüchtigen Projektor sich selbst und schloss die isolierte Tür des Technikraums mit einem dumpfen Ruck hinter mir. Begab mich auf eine der seitlich angeordneten hinteren Galerien. Drückte einen der vordersten Samtsitze nach unten und legte mich auf die Lauer. Die zweite Gestalt, von der ich vermutet hatte, dass sie aus dem Saal geschlichen war lungerte weiterhin zusammenkauert auf dem Sperrsitz des Parketts. Nun konnte ich wesentlich besser auch die Gesichtszüge wahrnehmen.

Das Alter war schwer einzuschätzen. An den sich abzeichnenden Glabellafalten, der Denkerfurche zwischen den Augenbrauen und den periorbitalen Falten an den Seiten der Augen war zu vermuten, dass die Gestalt die Blüte ihrer Zeit knapp überschritten hatte. Das restliche Hautbild wirkte glatt und jugendlich. Die fast unnatürlich langen, dichten Wimpern zeugten vom Kampf gegen die Zeichen fortschreitenden Alters, den manche ab dreißig anfangen zu fechten und mit dahinplätschernden Jahren zunehmend verlieren, statt sich mit den Zeichen des Alters anzufreunden. Ein zarter Brustansatz verriet mir trotz ihres schmalen Körperbaus ihr Geschlecht.

Das Alter und Geschlecht interessierten mich aber nur nebensächlich. Denn die Gestalt hatte ihre Aufmerksamkeit nicht auf die Leinwand gerichtet. Sie fingerte am Hosenbund der anderen Gestalt herum und streichelte die merklich sichtbare Beule der Leistengegend. Das trieb mir unweigerlich die Hitze in den Schoß. Ich lehnte mich zurück und atmete durch. Fand das gerade tatsächlich statt? Ich musste nochmals hinsehen.

In dem Moment schwang die schwere Gürtelschnalle des jungen Zuschauers der Marke in die Jahre gekommener, aber attraktiv trainierter Surfer Typ auf und die filigranen Finger der zweiten Person machten sich am Reißverschluss zu schaffen und zogen den Schiebekörper über die Schließglieder nach unten um Platz für geballte Männlichkeit zu schaffen. Sein rechter sehniger Unterarm krallte sich in die weiche Armlehne, der andere strich über den Rücken der nun knienden Frau. Er hob seinen Hintern an und ließ seine Jeans durch ihre ruckartigen Bewegungen zu seinen Kniekehlen hinunterarbeiten. Seine weiten Boxershorts konnten seiner stark durchbluteten Lust keinen Widerstand entgegensetzen und umgaben seinen Dolch wie ein Sichtschutz. Tiefe Falten legten sich um die Stelle, an der die Unterhose wie ein Zelt gespannt war. Der Prachtjunge wollte an die frische Luft und drängte sein Köpfchen gegen den Stoff.

Ich setzte mit angespanntem Tonus meinen Blick über den Raum fort und vergewisserte mich meiner unsichtbaren Position. Keiner der Gäste ahnte von der lustvollen Sondervorführung, die sich da in den ersten Reihen des Parketts abspielte. Die zwei waren sowieso in ihrer eigenen Welt. Meine Sorgen verflogen.
Meine Sehnen waren angespannt, ich schob meinen weichen Jersey-Cord Rock und den Bund meiner Strumpfhose nach unten und fühlte wie viel Lust sich in meiner Pflaume angesammelt hatte. Ich schloss meine Augen und verteilte die Nässe über meinem Kitzler. Pochte mit dem Finger daran. Ging lautlos auf die Knie und blickte durch das Gestänge des Handlaufes nach unten. Versenkte dabei zwei Finger in mir und stieß nach als ich meine pulsierende Erregung fühlte. Meine Lustöffnung entwickelte ihr Eigenleben. Ich gab ihr gern neues Futter.

Unten lutschte die schwarzhaarige Dame mit Hingabe den vor ihr aufragenden Phallus, der dick und stramm in ihre Richtung zeigte. Eine brave Arbeiterin war das. Wie leidenschaftlich sie in Geschwindigkeit und Druck variierte. Ich konnte nicht ausmachen was mich mehr anmachte, die Bläserin die ihr Handwerk verstand oder die heftige Erregung des Mannes, der sich so lustvoll gehen ließ. Mein Schoß bebte und zitterte. Ich musste mich anlehnen um mich zur Spitze zu treiben. Wie gerne wäre ich bei den beiden gewesen um sein hartes Glied in mir zu versenken und dabei die Frau zu verwöhnen. Ein unerwartet kleiner Orgasmus pulste durch meinen Körper. Dies war mir aber dann doch nicht unrecht, da ich sonst dazu neige meine Erregung laut herauszutönen in die Welt. Ich sah nach meinem Orgasmus zu, wie die Frau den Samen des Zuschauers gierig mit ihrem Mund aufnahm und seine Luststange pflegte in dem sie diese sorgsam ableckte bevor er diese wieder zurück in den Hosenstall befehligte. Seinen Dank verpasste ich wohlwissend, dass die Vorstellung bald zu Ende war und ich einen Einfall hatte.

Am Ende des Filmes angekommen ließ das heller werdende Licht des Zuschauersaales die künstliche Welt nach und nach verfliegen. „Guten Tag, ich hoffe Ihnen hat die Vorführung gefallen. Beehren Sie uns bald wieder.“, verabschiedete ich mich und übergab einen Zettel mit den Worten „Wir können diese Vorstellung gerne fortsetzen. Einen schönen Tag noch. Kommen Sie gut nach Hause.“, sagte ich professionell lächelnd.

Mit dem Gefühl kürzlich vergangener Erregung und aufkeimender ungewisser Hoffnung verließ ich das Foyer und machte Feierabend.

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