Spinne im Schlafzimmer

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Spinne im Schlafzimmer

Spinne im Schlafzimmer

Wulff Triebsch

Zum ersten Mal ahnte ich, weshalb meine Luise sich so um diesen Voyeur Gisbert gekümmert hatte, von dem sie im Bett sicherlich nichts zu erwarten hatte, dafür umso mehr von Gisbert, dem Grundstückseigner der Flussinsel mit der Fischerhütte. Der hielt seine Augen immer noch auf seine Frau Rosi gerichtet, auf ihre Schamlippen, aus denen mein Samen bedächtig, aber unaufhörlich hervorquoll. Ein zartes Lächeln huschte über Rosis Gesicht, als sei das ihre Art, Rache zu nehmen.

Ihre Miene änderte sich plötzlich. Sie ergriff eines der großen Tücher, wischte meinen Samen von ihrem Schenkel und band es um ihren Schoß.
Ihre Gedanken schienen eine Wende genommen zu haben. Sie blickte ihren Mann Gisbert grübelnd an. „Hast du dir eigentlich schon Gedanken gemacht, wer das alles einmal erben soll? Das große Hotel, das Chalet in der Schweiz, überhaupt das ganze Geld und jetzt noch die umgebaute Fischerhütte mit dem Swingerclub?“ Sie trat entschlossen auf Gisbert, ihren Mann, zu. „Wir beide haben keine Familie, weder du noch ich.“
Luise und ich schauten uns verwundert an. Gisbert schien überhaupt nicht verärgert, noch nicht einmal überrascht. „Fang bitte nicht schon wieder damit an. Du weißt Bescheid. Es geht nicht.“
Rosi drängte sich eng an und umarmte mich. „Und es geht doch!“, meinte sie entschlossen und blickte auf die große Ausbeulung, die sich vor meinem Schoß in der Decke gebildet hatte. Mein erschlafftes Glied hatte sich wieder geregt.
Gisbert starrte mich mit offenem Mund und weit aufgerissenen Augen an. Er stieß einen tiefen Seufzer aus. „Du meinst doch nicht etwa?“
„Doch!“, erklärte Rosi. „Genau das meine ich! Bernd und ich. Ich brauche nur die Pille abzusetzen. Und schon ist das Problem gelöst.“ Allmählich dämmerte es auch mir, worüber Gisbert und Rosi sprachen.
„Wir könnten uns doch zusammentun, wir vier“, erklärte Rosi und schaute Luise an. „Wir sind doch erwachsene Menschen, hast du selbst gesagt. Das gilt doch auch dafür.“
Auch Luise schien erkannt zu haben, welchen Gedanken Rosi nachgegangen ist. „Du meinst, so eine Art Großfamilie?“
Rosi nickte kaum merklich. „Wir könnten unsere beiden Wohnhäuser mit einem Zwischenbau verbinden, mit Zimmern für die Kinder.“
„Jetzt sprichst du schon von Kindern.“ Rosi lächelte zum ersten Mal Luise überlegen an. Gisbert ließ sich in einen Sessel zurückfallen und blickte wie erstarrt auf Rosi. „Dann möchte ich wenigstens dabei sein, wenn mein Erbe gezeugt wird“, erklärte er.
Rosi löste sich von mir, ein, zwei Schritte, und sie stand vor ihrem Mann. „Und wenn Bernd mich gerade besamt, schaust du wieder in deine Baupläne und kümmerst dich einen Dreck darum, dass er gerade deinen Erben zeugt.“
Sie kehrte zu mir zurück, schlang ihre Arme um mich und zog mich an sich. „Bernd und ich werden uns in unser Chalet in der Schweiz zurückziehen, und er wird dort im Schlafzimmer so lange Spinnen jagen, bis ich schwanger bin.“

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