Spinne im Schlafzimmer

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Spinne im Schlafzimmer

Spinne im Schlafzimmer

Wulff Triebsch

„Du und Gisbert, ihr könnt hier bleiben; Bernd und ich gehen nach drüben zu uns.“
Luise schüttelte den Kopf. „Ich glaube, du hast die Vorlieben deines Mannes nicht ganz verstanden“, entgegnete Luise. „Die Vorlieben deines Mannes lassen keine getrennte Wege zu.“
Rosi zuckte verständnislos mit den Achseln, Gisbert schien sogar aufgebracht. Nur Luise behielt ihre Ruhe.
„Rosi, verstehe doch! Dein Gisbert will mit eigenen Augen dabei sein, wie du gefickt wirst“, erklärte Luise.
Rosi schaute mit weit aufgerissenen Augen ihren Mann Gisbert an, der nach Atem rang und Luise anstarrte. „Wie kommst du darauf?“, schnaubte er vor Wut. „Nur weil ich bei dieser Sexparty zugeschaut habe, wie dich dieser Kerl gevögelt hat?“
Langsam, ruhig und mit einem Lächeln schritt Luise auf ihn zu. „Hast du diesem Kerl nicht selbst erklärt, dass wir beide nur aus diesem Grund in den Sexclub gekommen wären? Und hast du nicht selbst nach einem Mann für mich Ausschau gehalten?“ Luise hielt einen Augenblick inne. „Zugegeben, ein Prachtkerl war das. Aber du konntest dich nicht satt sehen, wie er mich gefickt hat und wer weiß, wie oft in mir gekommen ist.“
Jetzt stand sie genau vor Gisbert. „Und in deiner wilden Fantasie hast du mich mit deiner Frau verwechselt. ‚Rosi‘ hast du mir schließlich zugerufen, als würde deine Frau vor deinen Augen gevögelt.“
Ich bemerkte erstaunt, wie gelassen Gisbert reagierte. Sein Blick wanderte zum ersten Mal zur Liege mit den zahllosen Kissen. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht, als er seine Frau anstarrte, sie eingehend musterte. Ich war mir sicher, dass er sich gerade vorstellte, wie Rosi, seine Frau, darauf gevögelt wurde.
Langsam drehte er sich zu mir um. Ich glaubte sogar, ein kaum bemerkbares Nicken mit dem Kopf wahrzunehmen.

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