Squalenophilia

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Squalenophilia

Squalenophilia

Anita Isiris

Da war zum Beispiel die hübsche Babsi. Babsi gehörte dem Reinigungsdienst an, war alleinerziehend, und Professor Reynold bewunderte ihre Sorgfalt, wenn sie oft noch spätnachts Phiolen reinigte, Messgeräte auf Hochglanz brachte, vom Linoleumboden im Labor ganz zu schweigen. Nicht selten tranken sie zusammen Kaffee, die 25jährige Babsi, Reinigungsfrau und der 59jährige Professor, der in seinem Labor wohnte, wie man ihm nachsagte. Reynold war nicht von schlechten Eltern, was sein Aussehen betraf, und er gehörte zur glücklichen Minderheit von Männern, denen die Sympathie einer jeden Frau gewiss ist, wenn er ihr nur gebührend Beachtung schenkt. Und das tat er bei Babsi, denn er war nicht nur von ihrer Gewissenhaftigkeit, sondern auch von ihrem drallen Körper fasziniert. Babsi war vollschlank, verfügte über eine Oberweite, die bei jedem Mann in ihrer Nähe die Schläfen pulsieren liess, und über einen anatomisch perfekten Hintern, der sich unter ihrer Arbeitskleidung wölbte. Schon nur der Gedanke, sie aus Forschungsgründen onanierend vor sich zu haben, matt beleuchtet vom gedimmten Deckenlicht, liess bei Herrn Professor Reynold nahezu die Sinne schwinden.
«Ich habe ein Anliegen», vertraute er Babsi an einem Mittwochabend, mitten im Frühling, an. Er versuchte, seiner Stimme diese gewisse Aura von Wissenschaftlichkeit zu vermitteln, als er ihr seinen Forschungsgegenstand erläuterte. Natürlich wusste Professor Reynold nicht, ob Babsi überhaupt ejakulierte, oder, anders formuliert, squirtete. Er wusste nichts über ihr Sozialleben, über ihr Sexualleben schon gar nicht, nur, dass sie alleinerziehend war.
Umständlich setzte er ihr sein Forschungsinteresse auseinander, denn der weibliche Körper birgt nicht mehr viele Geheimnisse. Die meisten sind ihm mittlerweile entrissen worden.

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