Squalenophilia

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Squalenophilia

Squalenophilia

Anita Isiris

Sie wand ihr Becken, wölbte ihren Unterkörper, und in der Tat spritzte ein kleiner Jet d’Eau, wie wir ihn vom Genfer See kennen, in die Höhe und benetzte Prof. Reynolds Kinn. Geschickt fing er den Liebessaft auf, füllte damit das zweite Reagenzglas, warf einen letzten begehrlichen Blick auf Babsis üppig ausgestatteten Körper, atmete tief durch und verliess den Ort des Geschehens. «Wo die Duschen sind, weisst Du ja», sagte er noch, bevor er sich setzen musste. Die Erektion war derart unerträglich, die Situation derart ungewöhnlich, dass Reynold sich wunderte, dass sein Herz so wacker mitmachte.
Tags darauf erschien Babsi gegen 19:00 Uhr abends pünktlich bei der Arbeit. «Kommst Du mit Deiner Forschung voran?», fragte sie maliziös, als sie sah, dass sich Professor Reynold über ein Elektronenmikroskop beugte und sie nicht einmal anblickte. «Squalen», ich sage es doch, heureka!», jubelte er. Babsis Liebessaft enthielt Squalen, diesen wertvollen ungesättigten Kohlenwasserstoff. Um evident nachzuweisen, dass weibliche Orgasmusflüssigkeit Spuren von Squalen enthält, würde Reynold noch viele Probandinnen respektive deren Säftchen untersuchen müssen.
Bevor Babsi das Labor an jenem Abend betrat, hatte Reynold von ihrem Saft gekostet. Er enthielt naturgemäss auch Fruktose sowie Glucose und schmeckte vorzüglich. Reynold musste grinsen, als er an den medizingeschichtlichen Fakt zurückdachte, dass noch Anfangs 20. Jahrhundert Mediziner Urin gekostet hatten, um festzustellen, ob er Glucose enthielt, um dann die Diagnose einer Diabetes melllitus stellen zu können.
«Sag mir einfach immer, wenn Du was brauchst», kicherte Babsi zweideutig, strich über ihre prallen Brüste und schaffte es nun doch noch, Reynolds Blick zu erheischen.
Dann machte sie sich an die Arbeit und brachte die nächste Abstellfläche auf Hochglanz.

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Gedichte auf den Leib geschrieben