Squalenophilia

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Squalenophilia

Squalenophilia

Anita Isiris

Lange, viel zu lange wurde das weibliche Ejakulat, also vor allem die Tatsache, dass auch Frauen ejakulieren können, gesellschaftlich tabuisiert. Die Frauen schämten sich, allerdings komplett grundlos, zu Tode, wenn vor den schreckgeweiteten Augen des Lovers ein kleiner Springbrunnen… na, Ihr wisst schon.
Selbstverständlich wird die Zusammensetzung des weiblichen Ejakulats eifrig beforscht, umso mehr, als überall die Gender-Medizin Einzug hält und allen bewusst geworden ist, wie sehr sich Frauen mit ihren beiden X-Chromosomen von Männern unterscheiden, die nur über ein einziges vollständiges X, und dazu, horribile dictu, ein verstümmeltes X, nämlich ein Y, verfügen.
Professor Reynold schüttelte immer wieder ungläubig den Kopf, als er in seinen Recherchen feststellen musste, wie simpel sich die chemischen Bestandteile des weiblichen Ejakulats zusammensetzten: Elektrolyte. Wasser. Natrium. Harnstoff. Kreatinin. Harnsäure. Hinzu kommt ein wenig Saft aus den so genannten Skene-Drüsen, die saure Prostata-Phosphatase absondern. Schon nur, dass beim Saft aus den Skene-Drüsen von Prostata-Phosphatase gesprochen wird, zeigt doch klar und deutlich, wie weit wir Menschen hinter einer gendergerechten medizinischen Terminologie zurückliegen. Frauen verfügen bekanntlich über keine Prostata.
Professor Reynold wollte es genau wissen. Sehr genau. Da musste noch etwas sein im weiblichen Ejakulat. Etwas, vom Wert und der Seltenheit von Lebertran, der die Menschen weltweit gesund und glücklich macht. Nun stellte sich die Frage nach Probandinnen. Reynold war ein seriöser Forscher und tat sich etwas schwer damit, Studentinnen in sein Labor einzuladen, um deren Orgasmus-Saft zu erforschen. Und doch ist es so, dass der Forscherdrang, so er denn echt ist, alles, wirklich alles, in den Hintergrund treten lässt.

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