Der leicht verwischte Eyeliner. Diese paar widerspenstigen Härchen, die sich aus ihrer Frisur gelöst hatten und ihr Gesicht weicher machten.
Dann berührte sie mich an der Wange, erst vorsichtig, tastend. Als sie merkte, dass ich nichts sagte, sie nicht wegdrängte, wurde sie fester, bestimmter. Ihr Daumen strich langsam über meine Haut, als würde sie prüfen, wie weit sie gehen durfte.
„Wenn Sie jetzt gehen wollen, sagen Sie’s. Sie können jederzeit gehen“, flüsterte sie.
„Aber dann würd ich ja was verpassen“, antwortete ich, beinahe tonlos.
Ihre Lippen fanden meine – nicht zaghaft, eher neugierig, als wollte sie herausfinden, wie ich schmecke. Sie schmeckte nach Zucker, nach einem langen Tag und nach etwas Frechem, das zu ihren Worten passte. Ich ließ es zu, zog sie näher zu mir, und trotz der Kälte, die in diesem Raum herrschte, wurde mir schlagartig wärmer.
Sie drängte mich leicht gegen eines der Regale, ohne Hast, aber mit einer stillen Entschlossenheit. Das Holz im Rücken, ihr Körper vor mir. Ihre Hände wanderten von meinen Schultern hinunter, über meine Arme, bis zu meiner Taille. Ihre Finger krallten sich kurz in den Stoff, als müsste sie sich vergewissern, dass das hier wirklich passierte.
Was danach geschah, war kein Plan mehr. Es war Nähe, die kaum noch Platz zwischen uns ließ. Das Rascheln von Stoff, der sich verschiebt, Knöpfe, die sich lösen, weil Finger ungeduldig werden. Haut, die unter Fingern lebendig wird, warm und gespannt. Ihr Atem an meinem Hals, meiner an ihrem Ohr.
Sie schob meine Jacke von den Schultern, ließ sie achtlos auf eine Kiste fallen. Ich spürte ihre Hände an meinem Rücken, wie sie mich zu sich zog, dichter, fester, bis da nur noch Wärme war und der leichte Druck ihrer Hüfte gegen meine. Meine Finger fanden den Saum ihrer Bluse, diesen schmalen Rand Stoff über ihrer Hose.
Stammgastprivileg
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