Und wieso kommen Sie, ich meine du, als Völkerkundlerin, das bedeutet doch Ethnologin, hierher?
«
»Nun, lieber Alexander, da muss ich etwas weiter ausholen. Ich mache dir aber erst einmal einen Vorschlag, damit wir hier nicht unter so ungleichen Bedingungen miteinander reden. Wenn du nichts dagegen hast, ziehe ich mit dir gleich, indem ich mich auch ganz ausziehe. Das entspricht auch unserem Arbeitsstil als ethnologische Feldforscher. Wir passen uns so gut es geht, der Kultur, die wir zu erforschen suchen, an und stellen so eine Vertrauensbasis her.«
»Aber gern, Ulla, wenn du dich auch nackig machen willst, heiß genug ist es ja. Es soll mir ein Vergnügen sein.«
Die nur ein paar Jahre ältere Frau zieht sich ungeniert vor Alexander aus. Sie beobachtet dabei aber mit wissenschaftlicher Neugier, wie ihr Anblick ihren Gesprächspartner offenbar erregt.
Nach all den schwarzhaarigen dunkelhäutigen Mädchen ist es für Alex tatsächlich erregend, die hellhäutige Blonde mit ihren rosa Brustspitzen und dem gestutzten blonden Haardreieck in ihrer Körpermitte, unter denen sich eine glatt rasierte Schnecke sehen lässt, aus dieser intimen Nähe zu betrachten.
»Lass uns einander gegenüber setzen, lieber Alexander. Es dauert länger, alles zu erklären. Hier auf dieser Insel lebt seit vielen Jahrhunderten, Genaueres ist nicht bekannt, ein reines Weibervolk. Es handelt sich allerhöchstwahrscheinlich um die Überreste eines mit den Skythen verwandten Amazonenvolkes, das sich von Kleinasien kommend auf die griechischen Inseln zurückgezogen hat. Nur auf dieser Insel in der sogenannten Weiberschlucht hat sich der Amazonenstamm erhalten. Seit er von den griechischen Ethnologen entdeckt wurde, genießt er Schutz durch die griechische Regierung. Auf den Karten sind die Weiberschlucht und ihre Umgebung als militärisches Sperrgebiet ausgewiesen, Soldaten achten darauf, dass sich kein Tourist hierhin verirrt.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.