Staub

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Staub

Staub

Yupag Chinasky

Der Wandel trat langsam, ganz allmählich ein. Jetzt war es ein helles Gelb, dann würde es in ein leuchtendes Orange und schließlich in ein warmes Rot übergehen, bevor die Schwärze der Nacht alles verschluckte. Man hörte die Laster, die auf der nahen Hauptstraße unaufhörlich vorbei donnerten, und das vereinzelte Aufheulen von Motorrädern.
Er dachte nach und sein Gesicht nahm für einen Moment einen versonnen, ja geradezu zufriedenen Ausdruck an.
„Das wäre schön, wenn es so wäre. Aber soweit sind wir noch nicht.“
Er stand auf, holte Nachschub, goss ein, setzte sich wieder. Sie tranken.
„Nein, das Geld ist nicht von ihr. Ich hab ein paar Typen verarscht. Mit gestreckter Ware. Die haben das in ihrem Dusel nicht gemerkt.“
Er lachte und da sein Gegenüber auf die Sache nicht weiter einging, schwiegen sie wieder.
„Aber du hast trotzdem recht, ich werde sie nicht bezahlen, sie bekommt keinen einzigen Cent von mir, verlass dich drauf“, fuhr er nach einer Weile fort.
„Das glaub ich nicht. Wenn du sie willst, musst du zahlen, wie alle anderen. Wenn sie es mit dir umsonst macht und ihr Amigo merkt es, kriegt sie Ärger. Und du auch“ fügte er hinzu. „Wenn der mitbekommt, dass da was läuft, ohne dass er die Hand aufhalten kann, schlägt er dich kurz und klein. Der macht Hackfleisch aus dir! Gegen den kommst du nicht an. Ich sag dir, lass die Finger von der Tussi! Such dir eine andere, es gibt doch genug.“
„Das kapierst du nicht, du alte impotente Schwuchtel. Du hast doch keine Ahnung von ... von solchen Pipitölen. Wenn die dich anguckt. Mann oh Mann...“
„Das hast du gerade schon gesagt, du verliebter Hirsch.“
Er ließ sich nicht unterbrechen „Wenn sie ganz zufällig, ganz langsam an dir vorbei geht, einen Moment stehen bleibt, deinen Arm streift und dabei auf deinen steifen Schwanz schielt, der fast die Hose sprengt, und dann noch die Lippen wollüstig leckt, dann ist doch wohl alles klar, oder?

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