Staub

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Staub

Staub

Yupag Chinasky

Kannst du das überhaupt kapieren, du warmer Bruder, du Dünnficker? Es gibt viele Ärsche, das stimmt schon, aber keinen mit so viel Sex, keinen, der dich so anmacht. Die Tussi ist echt einmalig.“ Wieder schwieg er, ging aber dann auf die Bemerkung der Schwuchtel ein. „Was ihren Amigo betrifft, die verlässt den, die kommt zu mir, ich muss bloß mit den Fingern schnippen, dann kommt sie zu mir, verlass dich drauf. Und wenn er dann wild wird..., soll er doch. Ich werd mit ihm fertig, mit diesem...., diesem Oberluden, verlass dich drauf. Schau dir mal diese Muskeln an.“ Er krempelte den rechten Ärmel seines Hemdes hoch, winkelte den Arm an und spannte ihn, bis der Bizeps deutlich hervortrat. Es war der Bizeps eines Bodybuilders, der viel Zeit für sein Hobby hat.

Der andere hatte auf seine letzten Worte gar nicht geachtet. Er stierte vor sich hin, nagte an seinen Fingernägeln, schüttelte mehrfach den Kopf, in seinem Hirn schien es intensiv zu arbeiten. Schließlich stieß er heftig hervor: „Ich bin nicht schwul. Ich bin genauso viel und genauso wenig schwul wie du, das weißt du genau. Von mir aus kannst du mit der Zicke und ihrem Amigo machen was du willst. Leck mich doch, aber kräftig, mit der Zunge tief drinnen.“ Dann schwieg er beleidigt und das Gespräch verebbte. Die Sonne war untergegangen. In dem Raum war es schon fast dunkel. Die Laster fuhren nur noch sporadisch. Ab und zu fand ein gelber Scheinwerferstrahl den Weg durch das vergitterte Fenster und bildete beim Wandern über die Decke bizarre Formen. Der Abendwind hatte nachgelassen, der Staub hatte sich gelegt.

Er lehnte sich zurück, verschränkte die Arme hinter seinem Kopf und schloss die Augen. Gleich morgen beim Frühstück würde er sie unauffällig ansprechen und ihr im Vorbeigehen zuflüstern, dass er scharf auf sie sei, dass er sie unbedingt haben wolle. „Komm gegen neun in die Küche. Sag, dass du ein Handtuch brauchst oder einen Topf, egal was.

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Gedichte auf den Leib geschrieben