Stoaalm

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Stoaalm

Stoaalm

Michael Müller

Als sie mit seinem Bier und dem Gedeck kam, fragte er, ob sie ihm wohl eine aktuelle Zeitung bringen könne.
"Wir haben nur die Lokalzeitung. Und aktueller? Tja, die für morgen ist vermutlich noch nicht einmal geschrieben", sagte sie mit einem Lächeln.
Fritz unterlies zu fragen, welcher Tag den heute sei. Irgendwie hatte er das Gefühl, dass diese Frage unpassend wäre.
Nachdem er sein Menü bekommen und gegessen hatte, bezahlte er und wollte zum Bahnhof weiter. Er entschloss sich aber, zuvor in seinem Büro anzurufen. Der Wirt stellte ihm das Telefon auf die Schank und schaltete den Zähler ein.
Fritz wählte die Rufnummer. Nach dem ersten Rufsignal hörte er die Ansage des Anrufbeantworters. Er hinterlies die Mitteilung, dass er sich um einen Tag verspätet habe, dass alles in Ordnung sei und er sich am Nachmittag nochmals melden würde. Dann legte er nachdenklich auf. Wieso fragte er sich, ist niemand im Büro?
Der Wirt las die Gebühr vom Zähler ab und nannte sie.
Fritz sagte: "Die Gebühr und noch zwei Schnäpse, wenn ich sie auf einen einladen darf".
"Danke. Gerne," antwortete dieser. Er goss Schnaps in zwei Gläser und die Männer prosteten einander zu.
Von wo er denn komme, wollte der Wirt von Fritz wissen.
Er habe auf der Stoaalm übernachtet und sei dann direkt zum Schutzhaus abgestiegen, antwortete er.
"Auf der Stoaalm?" fragte der Wirt. "Gezeltelt?" fügte er fragend an.
"Nein, die Leute von der Alm haben mich übernacht beherbergt. Nach einem ausgiebigen Frühstück machte ich mich dann auf meinen Weg;" antwortete Fritz.
Der Wirt erstarrte. Dann richtete er sich auf und griff nach der Schnapsflasche.
"Die gehen aufs Haus", sagte er, als er die Gläser bis zum Rand füllte.
"Sie haben im Haus der Familie Leitenkogler übernachtet. Dort gefrühstückt" er machte eine Pause und Fritz sah wie seine Hände zitterten "Herr!" rief er dann "die Stoaalm wurde vor vielen Jahren von einer Felslawine verschüttet.

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