Die Kinnpartie war ein wenig kantig und vermutlich würde kaum jemand seine Gesichtszüge als hübsch bezeichnen. Aber auf Bridget wirkte er energisch und durchsetzungsstark. Seine Mund- und Augenpartie hatten etwas Spitzbübisches und ungemein Einnehmendes. Und was noch wichtiger war: Mimik und Gestik waren elegant, präzise und lebendig, voller Nuancen und Feinheiten.
Bridget war an einen Ständer mit Sonderangeboten getreten und tat so, als würde sie konzentriert die Bodys begutachten, die hier zum Kauf angeboten wurden. Tatsächlich fand sie diesen Mann gerade viel interessanter als die Wäsche in diesem Laden.
„Etwas zu brav, finden sie nicht?“, erklärte der Mann. Die Verkäuferin lächelte den Mann wissend an. „Es darf also etwas gewagter sein?“
„Auf jeden Fall!“, erklärte der Mann und während er diese Antwort gab, drehte er seinen Kopf zu Bridget und blickte ihr kerzengerade in die Augen. In Momenten wie diesen war Bridget froh, dass sie keine sechszehn Jahre mehr war. In diesem Alter hätte sie der Blick dieses Mannes erröten lassen und sie hätte verschämt zur Seite geschaut. Inzwischen war sie aber im Umgang mit attraktiven Männern routiniert genug, um den Flirt zu erwidern: Reflexartig legte Bridget ihren Kopf ein wenig in den Nacken und präsentierte dem Mann ihren langen Hals. Beiläufig legte sie ihre sorgfältig manikürte Hand in den Nacken. Dann öffnete sie ihren langen Mantel. Bridget trug einen engen Pulli und einen etwa knielangen Bleistiftrock sowie Strümpfe und hohe Stiefel. Der Mann hatte sich inzwischen wieder der Verkäuferin zugewandt. Wenn er aber das nächste Mal in ihre Richtung blicken würde – und Bridget wusste, dass dies sehr bald der Fall sein würde – sollte er etwas mehr von ihren körperlichen Vorzügen zu sehen bekommen!
Die Verkäuferin kramte kurz in einer Schublade. Sie hatte ihrem Kunden den Rücken zugewandt „Größe 38 und Körbchengröße 85C haben Sie gesagt?
Strafe muss sein
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