Nadine klopfte an Sibels Zimmertür. „Ayse will dich sprechen. Soll ich sie reinlassen?“ Die Frage war berechtigt, da sich die Cousinen nicht mehr so gut verstanden. Ayse war wütend auf Sibel, während die sich wiederum über Ayse ärgerte. Nadine kannte die Hintergründe dieses Konflikts, der ihr so langsam auf die Nerven ging. „Was ist jetzt, Sibel? Redest du jetzt mit deiner Cousine oder soll ich sie wegschicken?“ Sibel zupfte sich ihre Leggings zurecht. Sie öffnete die Tür, vor der die ratlose Nadine wartete. „Ich lasse Ayse selbst rein! Es wird Zeit, um mal Klartext zu sprechen!“ Nadine zuckte mit den Schultern. Sie kannte Sibels Temperament, das öfter mit ihr durchging, Nadine ließ ihre Freundin vorbei, damit Sibel die Wohnungstür öffnen konnte. Sie ließ Ayse herein, ohne sich einen bissigen Kommentar zu sparen. „Bist du gekommen, um dich bei mir für dein unmögliches Verhalten zu entschuldigen?“ Ayses Blick sprach Bände. Nadine zog sich in ihr Zimmer zurück. Bei dieser Unterredung musste sie nicht unbedingt anwesend sein. Sie hörte noch Ayses giftige Antwort, ehe sie die Tür hinter sich zuzog. „Bestimmt nicht! Du hast viel mehr Grund, um dich bei mir zu entschuldigen. Du hast mich mit deinem kindischen Verhalten blamiert. Die Vermieter haben mich vorab gefragt, ob sie dir und Nadine eine Wohnung anbieten können. Ich habe mich für euch eingesetzt, Sibel! Wie stehe ich denn jetzt vor Connie und Peter da?“ Sibel mühte sich, um ruhig zu bleiben. „Es wäre aber auch nett gewesen, wenn du uns gewarnt hättest! Du hättest vielleicht mal erwähnen können, dass dieses Ehepaar sich gerne an seinen Vermieterinnen vergreift. Weißt du eigentlich, dass mich diese Connie mit einer Haarbürste verhauen hat?“ Ayse grinste. „Das hast du sicher verdient, Sibel! Ich habe gehört, dass du in der Wohnung geraucht hast!“ Sibels Zornesader schwoll auf bedenkliche Weise an.
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