Sie mochte so zwischen dreißig und vierzig sein und trug ein kurzes, schwarzes Kleid, das ihre kompakte, gut proportionierte Figur nur wenig bedeckte. Unten ließ es viel braune Haut ihrer nackten Beine frei, denn der Saum war fast bis zu ihrem Schoß hin verschoben. Und auch oben verbarg das Kleidchen nicht allzu viel, denn es wurde nur von zwei dünnen Trägern über den Schultern gehalten und die großen, vollen Brüste der Frau bildeten ein sehr ansehnliches, überaus einladendes Dekolletee. Last, but not least ging auch von dem Gesicht dieser Frau eine eindeutige Faszination aus. Sie war eine etwas herbe Schönheit, mit großen, sinnlichen Augen und einer Fülle schwarzer Haare. All das registrierte der Mann, der immer noch in der Tür stand, mit wenigen Blicken, es schien ihm, als habe er sie gerade bei irgend einer zweifelhaften Tätigkeit gestört oder ertappt, denn dieser faszinierende Blick, der ohne Unterbrechung auf ihn gerichtet war, schien ihm eher verlegen als neugierig, doch auf keinen Fall ablehnend. Aber um die Frau herum war nichts zu sehen, keine Gegenstände, mit denen sie sich hätte beschäftigen können. Aber was diese Frau tat, ging ihn ja ohnehin nichts an, viel wichtiger war, dass er endlich Wasser bekommen könnte und so fragte er sie ohne Umschweife, ob sie ihm etwas zu trinken geben könne, er habe schrecklichen Durst, ja er sei geradezu dabei, zu verdursten. Die Frau blickte ihn unverwandt an, schien ihn aber nicht zu verstehen, erst als er eine fiktive Flasche ansetzte und trinken mimte, nickte sie und lud ihn mit einer Handbewegung ein, näher zu treten und mit einer weiteren, die Tür hinter sich zu schließen. Er stand nun vielleicht zwei Meter vor ihr, aber sie machte keinerlei Anstalten, aufzustehen und das heiß ersehnte Wasser zu holen, aber als er sich suchend umblickte, sich schon etwas abdrehte, um zum Brunnen zu gehen und zu erkunden, ob dort Wasser sei, gebot sie ihm, immer noch wortlos, durch eine weitere Handbewegung, stehen zu bleiben.
Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.