Der Akt war beendet, beide atmeten heftig und verharrten noch in dieser eher unbequemen Stellung, aber als ihr Atem und ihr Puls wieder normal waren und sein abgeschlafftes Glied aus ihrer Scheide glitt, lösten sie sich wieder voneinander. Die Frau stand auf, arrangierte wieder ihr schwarzes Kleid und er, kaum dass er seine Hose wieder zugeknöpft hatte, eilte zu dem Brunnen, fand auch einen Krug, der auf der Brüstung stand und der sogar noch halb voll war. Endlich konnte er trinken, trinken, trinken, immerzu trinken. Das Wasser, obwohl nicht gerade kühl, schmeckte wunderbar und er setzte nicht ab, bis der Krug leer war. Dann wandte er sich wieder der Frau zu und es entstand aus seiner Sicht ein verlegener Moment, während die Frau so tat, als wäre nichts vorgefallen. Er überlegte sich, wie er nun reagieren sollte, ob er bleiben solle, vielleicht über Nacht, ob er ihr etwas Geld geben solle, wegen der Liebe und wegen des Wassers und wegen dieser grandiosen Erfahrung, aber dann rang er sich durch, sich nur verbal zu bedanken und auch diesmal sagte sie wieder kein Wort. Es konnte nicht anders sein, diese Frau war taub und stumm und geil. Sie konnte keine Laute hören und auch mit niemandem sprechen und vermutlich war es auch sehr selten, dass sie mit jemandem vögelte und diese Gelegenheit durfte sie nicht durch so etwas Überflüssiges wie trinken entgehen oder verzögern lassen. Arme Frau, dachte er, aber als er sich anschickte, den Hof zu verlassen, trat sie noch einmal dicht an ihn heran, umschlang ihn mit ihren Armen und gab ihm einen langen, feuchten Kuss auf seinen Mund und in seinen Mund, den ersten und einzigen Kuss, und drückte dabei ihre Brüste und ihre Hüften fest an seinen Leib. Er dachte schon, sie wolle ihn noch einmal erregen, noch einmal verführen, sich noch einmal von ihm ficken lassen, aber dann löste sie sich schon wieder von ihm und schaute ihn nun liebevoll und dankbar und gar nicht mehr hypnotisch an. Er verstand ihre Botschaft, wusste dass sie, genauso wie er, für kurze Zeit sehr glücklich gewesen war und dann ging er beschwingt zu seinem Auto zurück, das einsam und verlassen auf dem Platz stand, denn immer noch war kein Mensch auf den Straßen dieses seltsamen Dorfes.
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