Neben Jill sackte ich zu Boden. Dann hielt ich sie im Arm. Das viele Blut war mir völlig egal. Mit toten gebrochenen Augen sah Jill mich an. Ich musste ihr die Augen schließen, aber ich konnte nicht, das musste warten. Meine blutverschmierten Finger sollten ihr zartes Gesicht nicht entstellen. Sie war für ihren größten Wunsch gestorben, die Befreiung ihrer Freundinnen in Westward Falls, aber konnte mich das trösten?
Die Männer ließen mich gewähren. Lange habe ich dagehockt. Warum musste sich Geschichte immer wiederholen? Ich brachte den Frauen die sich auf mich einließen kein Glück. Wegen mir waren sie tot. Erst Sandra, jetzt Jill. Ich hatte sie einfach nicht beschützen können. Solche merkwürdigen Dinge gingen mir damals durch den Kopf, dabei war doch ein Herzenswunsch von Jill in Erfüllung gegangen. Cerespoly konnte als Westward Falls wieder auferstehen. Schluss mit dem Sektenquatsch!
Als ich endlich nach draußen in die Sonne dieses schönen Frühlingstages trat, sah ich die gefangenen Guards mit den Händen im Nacken im Staub vor dem Farmhaus knien. 11 Frauen und vier Jungen. Im Schatten eines Schuppens wurden die verletzten Frauen und unsere Verwundeten notdürftig versorgt.
Alle hatten auf mich gewartet. Jill war tot, Henry schwer verwundet. Ich war der einzige der noch Befehlsautorität hatte.
Alle Frauen der Siedlung, auch die ehemaligen Gefangenen, denen ihre Fußfesseln längst abgenommen worden waren, hatten sich versammelt. Marten hatte Mühe mit einigen Helfern die aufgebrachten Frauen von den Gefangenen fern zu halten. Sie standen im Kreis um Sues Helfer herum, diese beschimpfend und bespuckend.
Es dauerte eine Weile bis ich mir Ruhe verschafft hatte. Dann hielt ich die kleine Ansprache, die sich Jill und Henry mit mir zusammen in Grundzügen ausgedachten hatten.
„Frauen von Westward Falls, … ihr seid frei. Wir werden euch in den nächsten Tagen helfen in ein zivilisiertes Leben zurückzufinden.
Sturm und Krise
Nach dem großen Sterben – Teil 24
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