Das sündige Dorf

Sophie, Tochter des Bojaren

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Das sündige Dorf

Das sündige Dorf

Andreas

Als er das Mannschaftsquartier passierte, drang dreckiges Gelächter in seine Ohren. Die sechs Männer, die wie er zur Leibgarde des Fürsten gehörten, schienen sich prächtig zu amüsieren.
Die Gemächer, in denen sie die Gefangenen untergebracht hatten, waren ja verriegelt. So soffen die rohen Gesellen um die Wette, was Igor sehr zupass kam. Er hielt den schweren Schlüsselbund in der Hand, den er Fürst Oleg aus der Tasche gezogen hatte. Igor stand nun vor Sophies Tür. Der gutherzige Kämpfer war zu allem entschlossen, bereit die Geliebte aus den Klauen des Fürsten zu befreien. Igor drehte sacht den Schlüssel um. Es war wichtig, dass Sophie nicht erschrak und womöglich zu schreien begann. Wie ein Phantom glitt er in ihr Gemach, das ja eigentlich ihre Arrestzelle war. Die bildschöne Frau lag schlafend im Bett, als sich Igor neben sie setzte. Seine Hand strich sanft über ihr Haar. Sophie atmete ruhig, was er am gleichmäßigen Heben und Senken ihrer Brüste ablas. Igor flüsterte ihr zu:

„Ich bin es, Sophie. Du brauchst keine Angst haben. Ich hole dich und deine Eltern hier raus!“

Die Tochter des Bojaren zuckte zusammen, als sie seine markante Stimme aus dem Schlaf schreckte. Doch dann erkannte sie ihren heimlichen Freund, schenkte ihm ein befreites Lächeln. Igor nahm sie in den Arm, küsste das Mädchen auf die Stirn. Sophie fühlte sich sicher bei ihm, geliebt und sogar in dieser ernsten Situation geborgen. Das dünne Nachthemd verbarg nur wenig. Die Nacht war kalt.

„Du musst dich jetzt anziehen! Wir müssen uns beeilen und deine Eltern befreien, ehe uns jemand bemerkt. Der Fürst schläft zwar tief und fest, aber es könnte einer seiner Männer auf den Gang stolpern. Man weiß nie, was diesen Kerlen einfällt, wenn sie zu viel getrunken haben.
In diesem Fall müsste mein Dolch das Reden übernehmen und das wäre fatal für meinen Plan!“

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