Sophie nickte, erhob sich sofort aus dem Bett. Sie kleidete sich in großer Eile an, während Igor die Tür im Auge behielt. Er kannte seine ehemaligen Kameraden, wusste um ihre Skrupellosigkeit. Der Fürst hatte den Söldnern zwar verboten, Hand an die Gefangenen zu legen, aber Igor wusste, dass dies schnell Makulatur sein konnte. Im Rausch waren diese Kerle zu fast allem fähig! Sophie knotete die Bänder ihrer Unterhose zusammen. Igor schmunzelte, als ihr rechtes Pobäckchen hervor blitzte.
Er würde Sophie bis aufs Blut verteidigen, sollte ihr einer dieser Spießgesellen zu nahe kommen!
Sophie stieg in ihr Kleid, ohne das sonst übliche Korsett anzulegen. Dieses Kleidungsstück würde bei einer solchen Flucht nur stören. Sophie hasste es sowieso, da es sie zu sehr einengte – nicht nur in ihrer Bewegungsfreiheit. Die fortschrittlich denkende, junge Frau sah in ihm ein Relikt des Patriarchats, das die Weiblichkeit auf eine möglichst schmale Taille, sowie ausladende Hinterbacken und Brüste reduzierte. Als sie in ihren warmen Pelz schlüpfte, spähte Igor vorsichtig in das Halbdunkel des Gangs. Die Kerzen flackerten vor den zugigen Fenstern.
Es war niemand zu sehen. Sie mussten nun die Treppe hinunter, da Bojar Kasimir und seine Frau Katharina im Erdgeschoß eingesperrt waren. Igor ging vor, hielt den kurzen Dolch fest im Griff.
Aus dem Mannschaftsquartier drangen grunzende Schnarchgeräusche. Der Kartoffelschnaps sorgte für Ruhe, wenngleich Igor klar war, dass es sich um eine trügerische handelte. Fast lautlos huschten sie die Stiegen hinab. Unten angekommen öffnete Igor die Tür, hinter der sich Sophies Mutter befinden musste. Nachdem auch Sophie im Innern des Zimmers war, schloss Igor gleich die Tür hinter ihr. Zu seinem Erstaunen war Katja nicht alleine. Neben ihr lag der Bojar, der die beiden Besucher verwundert anstarrte. Er rüttelte an Katjas Arm, die erst langsam aus einem tiefen Schlaf erwachte.
Der gestrige Besuch des Fürsten Oleg hatte sie ihre ganze Kraft gekostet. Erstaunt rief sie:
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