Das sündige Dorf

Sophie, Tochter des Bojaren

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Das sündige Dorf

Das sündige Dorf

Andreas

„Sophie? Was tust du hier, noch dazu mit diesem Menschen?“ Sophie legte die Hand auf ihre Lippen.
„Sei leise, Mama! Igor will uns helfen. Er hat mich befreit und will auch euch von hier weg bringen.“

Igor sah sich genötigt, eine Erklärung abzugeben. Der wortkarge Kasache sprach nicht allzu viel.
„Vertraut mir, Madame! Ich weiß, wo Ihr ein Versteck findet. Wir dürfen aber keine Zeit mehr verlieren. Kleidet euch an, ehe einer der Männer aus seinem Rausch aufwacht und uns entdeckt!“

Igor wandte sich ab, als Katja ihr Nachthemd auszog. Er hatte sie ja schon nackt gesehen, zumindest den Großteil ihres Hinterns. Doch das war im Beisein des Fürsten, dessen Knecht er viel zu lange war.
Es kam ihm vor, als liege dieses alte Leben weit zurück. Der Bojar und seine Frau beeilten sich. Als beide die warmen Pelzmäntel überzogen, konnte die eigentliche Flucht endlich beginnen. Zu viert verließen sie die Sommerresidenz des Zaren, waren froh ihr entkommen zu sein. Igor hatte zwei schnelle Pferde gesattelt, die schon ungeduldig mit den Hufen scharrten. Zuerst wollte er die Kutsche stehlen, aber mit den Pferden würde es zügiger voran gehen. Der Bojar half seiner Katja in den Sattel, schwang sich dann selbst auf den Rappen. Sophie brauchte keine Hilfe, da sie seit frühster Jugend mit Pferden vertraut war. Als Igor seinem Schimmel Atlas die Sporen gab, hielt sie sich an seinen Hüften fest. Sie flogen förmlich durch die eiskalte Steppe, trachteten danach, so viel Abstand wie möglich zwischen sich und den Fürsten zu bringen. Der Bojar hatte einige Mühe Igor zu folgen, der schon als kleiner Junge das Reiten im Blut hatte. Immer wieder musste der Kasache das Pferd zügeln, damit ihn Kasimir nicht aus den Augen verlor. Katja saß mit schmerzendem Po hinter ihrem Mann. Ihr Gesicht verzog sich immer mehr. Wann erreichten sie endlich ihre Zuflucht? Dieser Ritt war eine reine Qual.

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