Kasimir nahm seine Gattin auf die Seite. Die Sache zwischen Sophie und Igor beschäftigte ihn.
„Was sagst du dazu, Katja? Dieser Igor ist nicht gerade standesgemäß, aber Sophie scheint ihn zu mögen. Außerdem…“ „…hat er uns allen die Freiheit beschert. Stell dir vor, Igor hätte uns nicht geholfen. Sophie und ich würden schon wieder die abscheulichen Hände des Fürsten auf unseren Popos spüren! Mein armer Hintern tut furchtbar weh. Du solltest dich bald um ihn kümmern, werter Bojar!“ Kasimir zwinkerte ihr zu. Katja hatte wie immer recht. Die jungen Leute passten ja auch gut zusammen, schienen sich wirklich gern zu haben. Seinen Segen sollte Igor bekommen, wenn er Sophie heiraten wollte. Dass er ein ehrlicher Mensch war, hatte er ja schon genug bewiesen.
Katharina sagte ihrer Tochter, dass sie eines der Schlafzimmer mit Igor teilen durfte. Sophies Herz machte einen Hupf. Sie freute sich, mit Igor endlich ungestört sein zu können. Der war noch im Dorf unterwegs. Igor traf auf Ludmilla, der er einiges zu erklären hatte. Sie bat ihn in ihre Hütte, die sie alleine und ohne Mann bewohnte. Ludmilla hatte lange Jahre ihr eigenes Gewerbe betrieben, sich nun aber in diesem kasachischen Dorf zur Ruhe gesetzt. Sie besaß ein paar Gänse und Schafe, dazu eine Kuh, die Milch lieferte. Der 36 Jahre alten Frau ging es gut, wenn da nur nicht diese unbefriedigte Sehnsucht nach einem Mann gewesen wäre. Ludmillas Blick verriet ihren Zorn.
„Ist dieses vornehme Fräulein jetzt deine Braut? Was ist mit mir? Du hast mir versprochen, dass wir heiraten werden, sobald der Fürst deine Dienste nicht mehr benötigt! Was ist nun mit uns?“
Igor erzählte ihr, was sich zutrug und dass er nun vogelfrei war. Er gestand auch, Sophie zu lieben und sie zur Frau nehmen zu wollen. Ludmilla spürte, dass er sich entschieden hatte. Sie würde es akzeptieren müssen, aber ohne Abschiedsgeschenk wollte sie Igor dann doch nicht ziehen lassen.
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