Es war Angelika durchaus bewusst, und sie wäre enttäuscht gewesen, wenn es anders wäre, dass er schon bald in ihr abspritzte. Sie hatte zwar nur einen, Angie nannte es ‚kleinen‘ Orgasmus, durchlebt, aber es war okay für sie. <Vielleicht die Anspannung> erklärte sie es sich selbst.
„Gehen wir zum Essen oder soll ich uns was holen?“ Sie hatten noch eine ganze Weile nebeneinandergelegen. Inzwischen war es Abend geworden. Sein Schwanz stand schon wieder wie eine Eins. <Sieh an, Konkurrenz belebt das Geschäft> Natürlich verriet sie ihrem Mann diesen kurzen Gedanken nicht!
„Ich hab da eine Idee,“ meinte Angelika geheimnisvoll. „Ich mach mich hübsch, schöner BH, aufreizendes Kleid, hohe Schuhe und vielleicht auch ohne Slip. Dann fahren wir ins Understatement Royal Hotel. Zum Essen und anschließend,“ sie zögerte ein wenig und verzog lustvoll ihr Gesicht, „mieten wir uns ein Zimmer! Morgen ist doch Sonntag…“
Vor Jahren hatten sie dort einen Hochzeitstag gefeiert, und die Nacht war für Beide phantastisch gewesen…
„Und,“ Angelika schmiegte sich ganz nah an ihren Mann, „dann will ich von Dir mit der Zunge verwöhnt werden! Und wehe, Du lässt meinen Po aus…!“ Noch bevor ihr Mann etwas darauf antworten konnte, fügte sie hinzu: „Ja, warum nicht!“
Es waren vier lange Wochen vergangen. Für das Ehepaar Wochen des sich neu Findens. Angelika und ihr Mann planten einen längeren Urlaub. Liebesurlaub. Zuvor jedoch war es ihr ein großes Anliegen, dass Matthias eine Nachricht von ihr bekommt. Angelika musste ihm unbedingt mitteilen, wie gut es ihr jetzt ging. Dank seiner Hilfe. Sie hatte den Brief selbst ihrem Mann vorgelesen und er zeigte Verständnis für ihre Beweggründe.
Da ‚ihr‘ Kaplan sich seitdem nicht bei ihr gemeldet hatte und er auch nicht mehr in der hiesigen Kirchengemeinde tätig war, suchte sie kurzerhand den Bischof auf. Der würde hoffentlich wissen, wo Matthias steckte und ihm zumindest ihre Nachricht zukommen lassen.
Dass sie jedoch zu ‚ihrer Exzellenz‘ vorgelassen wurde, war reiner Zufall. Der Bischof kam gerade vorbei, als sie lautstark mit einem Herrn in Schwarz diskutierte, um die Adresse ‚ihres‘ Kaplans zu erfahren.
„Soll ich ihn weiterleiten?“ brummte der Bischof. “Und Sie wollen ihn damit nicht in Versuchung führen…?“
Sie reichte dem Kirchenmann den Brief, damit er sich davon überzeugen konnte, dass sie zu ihrem Mann zurückgefunden hatte. Der Bischof überflog ihre Zeilen, worin sie sich bei Matthias für die schönen Stunden bedankte und ihm ihre Bewunderung für den Mut, ihren Mann anzusprechen, zuteil haben ließ. Sie schwärmte darin, dass ihr Mann sie seither auf Händen trägt und wünschte ihm für seine Zukunft alles Glück dieser Welt.
Der Bischof schaute erst ein wenig grimmig, lächelte dann und meinte wohlwollend: „Geben sie ihm den Brief selbst. Er wird in der kommenden Woche, nach seinem Seminar, wieder Kaplan in ihrer Gemeinde sein.
„Ja, äh, danke. Auf Wiedersehen.“ Angelika hat wohl sehr bedröppelt geschaut, als sie, mit dem Brief in der Hand, den Amtssitz des Bischofs verließ. <Wusste er nun bescheid oder nicht?>
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