Super-MILF

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T. D. Rosari

Es war offensichtlich, dass sie der Mann sogar sehr interessant fand. Er wusste aber nicht, wie er mit ihr ins Gespräch kommen konnte, ohne ständig in Verlegenheit zu geraten. Fast hatte Bridget Mitleid mit ihm.
Sie beschloss schweren Herzens, den armen Jüngling nicht noch mehr zu verwirren und zog ebenfalls ihr Smartphone aus der Tasche, aktivierte es aber nicht. Stattdessen wanderte ihr Blick hinaus auf die vorbeirasende Landschaft. Die Reflektionen des Zugabteils vermischten sich auf surreale Weise mit den Bäumen, Sträuchern, Wiesen, Gebäuden und Fahrzeugen, die sie hinter sich ließen. Bridget gratulierte sich zu ihrer Entscheidung, am morgigen Samstag nicht mehr an diesem langweiligen Kongress teilzunehmen. Kurzentschlossen war sie aufgebrochen und ohne Sitzplatzreservierung in diesen Zug gesprungen. Wenigstens war der Intercity – untypisch für einen Freitag – halbleer gewesen und so saß sie nun hier, in Gesellschaft dieses niedlichen Jünglings.
Bridget veränderte ihren Fokus: Hatte sie ihren Blick bisher auf die vorbeiziehende Landschaft gerichtet, so konzentrierte sie nun ihre Aufmerksamkeit auf das Spiegelbild des Zugabteils. Und was sie da sah, war durchaus spannend: Der schüchterne Sportler richtete gerade sein Smartphone auf sie. Eine kaum merkliche Druckbewegung mit dem Daumen. Eine zweite. Eine dritte. Dann legte er das Smartphone beiseite.
Bridget tat so, als habe sie die Stalker-Aktivitäten des Mannes nicht bemerkt. Stattdessen griff sie nach ihrer Handtasche und holte ihren Lippenstift heraus. Normalerweise besserte sie ihr Make-Up mit Hilfe der Selfie-Kamera ihres Smartphones nach. Dem jungen Spanner zuliebe würde sie heute die Spiegelung des Zugfensters nutzen, um das Rot ihrer Lippen zu akzentuieren. Kaum hatte sie den Lippenstift herausgedreht und ihren Oberkörper zum Fenster gedreht, zückte ihr Sitznachbar erneut das Smartphone. Einmal, zweimal, dreimal.

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