Seine Fotosammlung wurde im Sekundentakt größer.
Als Bridget mit ihrem Makeup zufrieden war, öffnete sie die Riemchen ihrer Absatz-Sandalen, schlüpfte aus ihren Schuhen und massierte ihre Fußsohlen. In Wirklichkeit schmerzten ihre Beine gar nicht, aber vielleicht hatte der Sportler ja eine Schwäche für schön pedikürte Füße? Sein Handy war aktiv, soviel war klar.
Bridget beschloss, sich beim Automaten einen Cappuccino zu holen. Erstens hatte sie Lust auf einen Kaffee und zweitens konnte sie auf diese Weise dem dahinschmachtenden Fotokünstler einen Blick auf ihren runden Arsch bieten. Bevor sie sich erhob, kramte sie extra lange in ihrer Handtasche, auf der vermeintlichen Suche nach ihrem Scheckkarten-Etui. Dann stand Bridget langsam auf und schlenderte wie ein Model auf dem Laufsteg in Richtung Heißgetränke-Automat. Sie war sich sicher, dass die Smartphone-Kamera des Knaben gerade auf Hochtouren lief und zahllose HD-Fotos von ihrem in glänzend braunem Leder steckenden Po anfertigte. Vielleicht lief sogar der Film-Modus?
Wenig später kehrte Bridget mit dem Pappbecher in der Hand an ihren Platz zurück. Der Mann spielte noch immer mit seinem Smartphone. Hinter ihm, auf der Trennscheibe zum Abteil zweiter Klasse, spiegelte sich das Display seines Gerätes und Bridget sah – nicht ohne Stolz – ihren knackigen, runden Arsch, der den schmalen Zugkorridor entlangwackelte.
Sie setzte sich auf ihren Platz, schlug lasziv die Beine übereinander und nahm einen Schluck von ihrem Getränk. Dann stellte sie ihren Becher ab und griff blitzschnell nach dem Handy ihres Bewunderers. „Halt! Das ist meins!“, rief dieser erschrocken Er klang so, wie ein Vierjähriger im Sandkasten klingt, dem ein Gleichaltriger das Winnie-Pooh-Eimerchen stibitzt hatte. Er versuchte, Bridget sein Gerät zu entreißen. Bridget aber war flinker und versteckte das Gerät hinter ihrem Rücken.
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