Nun war es also rum! Iris hatte ganze Arbeit geleistet. Mir sollte es recht sein, dann wurde dem Gerede sofort der Nährboden entzogen.
Zwischendurch nutzte ich die Zeit, und räumte meinen alten Golf aus, den man in den nächsten Tagen abholen und seiner letzten Ruhe zuführen wollte. Gegen 16 Uhr durfte ich mich dann das erste Mal in ‚den neuen‘ setzen und eine Runde drehen. Er war auf Hochglanz poliert und vollgetankt worden. Bevor mir Chris den Autoschlüssel in die Hand drückte, legte er einen dicken Strauß langstieliger, roter Rosen auf den Beifahrersitz. Natürlich ließ er es sich nicht nehmen, mich vorher beherzt in die Arme zu nehmen.
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Es vergingen etwa vier Wochen, in denen sich die Lage in der Firma beruhigte. Alle gingen wieder ihrer Arbeit nach und kümmerten sich nicht mehr um Chris und mich. Nur Iris gab sich nach wie vor seltsam, vor allem mir gegenüber. Aber auch Chris hatte nicht mehr den Status, ihr Lieblingschef oder eben auch der potenzielle Mann an ihrer Seite zu sein. Ihre Begrüßungen morgens fielen sehr knapp, oft abfällig, und immer mit verächtlichem Blick, aus.
Eines Morgens, ich hatte mir gerade einige Unterlagen auf den Schreibtisch gelegt, brachte Chris einen Umschlag und legte ihn vor mich.
„Sieh hinein!“, klang er ernst.
Zum Vorschein kamen neben bestimmt 40 aussagekräftigen Fotos ein umfangreicher Bericht eines Privatdetektiven. Sven und Herpes erkannte ich sofort. Aber einige Aufnahmen später tauchten auch Ela und zwei anderer meiner Freundinnen auf. Aufgenommen, in eindeutigen Posen, meistens nackt, oft mit steifen Schwänzen und offenen Löchern. Den Bericht überflog ich nur schnell, zum langsamen Lesen war er zu lang.
Darin stand, dass Sven der Kopf einer Zuhälterriege war, die Mädchen in dem Hinterzimmer des Clubs für Geld anboten. Vorher wurden sie mit Geld oder mit geilem Sex gefügig gemacht, oder die Notsituationen der Mädels wurden ausgenutzt. Deswegen waren es oft arbeitslose Frauen oder Hartz-IV-Empfängerinnen, die sich dort unter dem Schutz von Sven den Männern hingaben, oder junge Mädchen, denen dort schnelles, leicht verdientes Geld versprochen wurde. Berichtet wurde von Orgien, ausschweifendem Gruppensex, bei dem es so gut wie kein Tabu gab.
„Willst du das? Ist es das, wo du landen möchtest? Und nur deshalb, weil der Typ einen Monsterpimmel hat und dich schwindelig gefickt hat? Lies das in Ruhe und heute Abend möchte ich eine ehrliche Antwort darauf.“
Chris war sauer, sein Tonfall verriet das deutlich. Um seinen Worten die nötige Deutlichkeit zu verleihen, tippte er fest mit der Zeigefinger auf den Bericht, den ich entsetzt auf den Tisch fallen gelassen hatte. Er drehte sich ohne weitere Worte um und verließ mein Büro.
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