“ Svenja konnte Marcelina noch nie etwas vormachen. „Der ständige Stress mit meiner Mutter. Sie akzeptiert nicht, dass ich erwachsen bin.“ „Ich denke, dass sie sich Sorgen macht. Du hast dich verändert, Svenja.“ Svenja klang wütend, als sie antwortete. „Vielleicht, Marca, aber das ist doch normal im Leben. Komm doch mal mit, wenn wir ausgehen. Gestern hat Tobi richtig gutes Weed dabeigehabt!“ „Damit will ich nichts zu tun haben. Außerdem würde ich richtig Ärger bekommen, wenn meine Mutter davon erfahren würde. Darauf kann ich gerne verzichten!“ Svenja kannte Marcelinas Mutter. Sie stammte aus Polen und vertrat altmodische Ansichten, wenn es um die Erziehung ihrer Kinder ging. „Du bist 18, Marca! Ich glaube nicht, dass dir deine Mum noch den Hintern versohlen wird.“ Marca lachte. „Da wäre ich mir nicht so sicher! Ich fände es auf jeden Fall gut, wenn du dich bei deiner Mutter entschuldigst und dich wieder mit ihr verträgst.“ Da Marcelina im Grunde recht hatte, was Svenja aber nicht zugeben konnte, beendete sie das Telefonat. Sie war traurig, da sie im Grunde Marcelina beneidete. Marcas Mama kümmerte sich darum, dass ihre Tochter nicht in Schwierigkeiten geriet. Manchmal sehnte Svenja sich nach so einer strengen Erziehung. Svenjas Mutter musste sich alleine kümmern, da Svenjas Vater sich kurz nach der Geburt verabschiedet hatte. Svenja lernte ihn nie kennen, da er nie wieder etwas von sich hören ließ. Svenja löste eine Aspirin auf. Ihr Kopf schmerzte und sie spürte, dass sie sich auf einem falschen Weg befand. Sie legte sich auf ihr Bett. Svenja fand, dass es eine gute Idee wäre, wenn sie ein paar Tage mit ihrer Mutter verbringen würde. Nicht hier, wo der Alltag sie im Griff hatte. Vielleicht ein verlängertes Wochenende bei Tante Karla. Sie war die ältere Schwester von Svenjas Mutter. Karla besaß einen kleinen Bauernhof in der Nähe, den sie mit ihrem Mann, Onkel Klaus, betrieb.
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