Svenjas Entscheidung

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Svenjas Entscheidung

Svenjas Entscheidung

Andreas

Yvonne schob es auf die Tatsache, dass sie nun für ein paar Tage in einer anderen Welt eintauchten. Ihre Schwester Karla war völlig anders als sie und Schwager Klaus sowieso. Yvonne hatte immer bewundert, wie konsequent die beiden ihr Leben führten. Gerade auch im Umgang mit ihren Kindern. Karla und Klaus hatten zwei Mädchen und einen Jungen, die allesamt älter als Svenja waren. Ihre Schwester und deren Mann erzogen die Kinder unaufgeregt, als wäre es das Einfachste auf der Welt. Dabei hatte sie schon mit Svenja zu kämpfen, die ihr alles abverlangte. Yvonne wusste, dass Karla und vor allem Klaus andere Ansichten vertraten. Es schien fast, als bemitleideten sie Yvonne dafür, dass sie sich nicht so gut durchsetzen konnte. „Ob Onkel Klaus sich freut, wenn er mich wiedersieht?“ Svenja riss Yvonne aus ihren Gedanken. „Ganz bestimmt wird er das, Süße!“ Svenja hielt große Stücke auf den 55-jährigen Mann, der sie mit seiner bärenhaften Statur an einen kanadischen Holzfäller erinnerte. In ihrer Aufgeregtheit gestand sie ihrer Mutter ein Geheimnis. „Ich möchte Onkel Klaus um seinen Rat fragen. Ich glaube, dass er mir helfen kann, besser klarzukommen.“ Yvonne sagte nicht viel zu dieser Einschätzung, obwohl sie spürte, was ihre Tochter damit meinte. „Frag ihn halt. Er mag dich sehr gern und er wird dir bestimmt helfen wollen, Schatz.“ Der kleine Wagen bog in die staubige Hofeinfahrt ein. Kaum aus dem Auto ausgestiegen, kamen ihnen auch schon Tante Karla und Onkel Klaus entgegen. „Schön, dass ihr endlich da seid! Kommt rein, ich habe einen Apfelkuchen gebacken.“ Svenja fühlte sich sofort heimisch, als sie die rustikal eingerichtete Wohnküche betrat. Es war exakt 15 Uhr, wie ihr die alte Wanduhr mit einem Glockenklang mitteilte. Das ganze Haus versprühte einen rustikalen Charme. Svenja fühlte sich wohl in dieser Umgebung, die sie an alte amerikanische Fernsehserien erinnerte.

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