Svenjas Entscheidung

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Svenjas Entscheidung

Svenjas Entscheidung

Andreas

Ich sag es dir offen. Wenn du dich dafür entscheidest, dann nur zu meinen Bedingungen!“ Svenja überlegte. „Wird es denn sehr weh tun?“ „Das sollte es schon. Ich werde dir zuerst mit der flachen Hand den Popo versohlen und wenn er warm genug ist, wirst du den Lederriemen spüren.“ „Den Riemen?“ „Ja, den Riemen. Mein Großvater hat damit noch täglich sein Rasiermesser geschärft. Er hängt dort drüben an der Wand.“ Klaus deutete auf einen breiten Riemen aus braunem, abgewetztem Leder. Er hing an einem rostigen Nagel und hatte schon bessere Zeiten gesehen. Svenja betrachtete den speckigen, mit Staub überzogenen Lederriemen mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Faszination. „Der ist ja ganz staubig. Das Ding wird meine nagelneue Trainingshose schmutzig machen!“ Noch während sie es aussprach, wurde Svenja bewusst, dass diese Aussage als obsolet betrachtet werden konnte. „Mach dir keine Sorgen um deine Hose! Ich werde den Riemen gründlich abreiben, bis kein Staubkorn mehr übrigbleibt. Und außerdem kommt deine hübsche Hose sowieso runter, wenn du dich für diese Strafe entscheiden solltest!“ Svenja begann nun ordentlich zu schwitzen. Onkel Klaus überließ ihr die Entscheidung, was es für Svenja noch viel schwerer machte. Sie betrachtete den großen Mann, dessen freundliches Gesicht eine Verlässlichkeit ausstrahlte, die Svenja immer vermisst hatte. Onkel Klaus wusste, was in ihrem Fall angebracht war. Davon war Svenja fest überzeugt. Ihre Zweifel schmolzen dahin, während ihre Hand noch immer mit ihrer Kehrseite beschäftigt war. Svenja blieb nichts anderes übrig. Es war an der Zeit, Farbe zu bekennen. Entweder jetzt oder nie, lautete die Devise. Onkel Klaus sah sie fragend an. Er wartete auf Svenjas Entscheidung.

Sie blickte zum Scheunentor, das noch immer offenstand. Svenja hätte weglaufen können. Sie wusste genau, dass ihr Onkel sie nicht aufhalten würde. Das einzige Problem bestand darin, dass sie sich furchtbar schämte.

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