Nachdem ich mich abgetrocknet und mir meine Bermudashorts angezogen hatte, setzte ich mich auf meine Luftmatratze, die ich mit zwei Haken zu einem bequemen Sessel umfunktionieren konnte.
Erst jetzt hatte ich Gelegenheit mir meine Zeltnachbarn genauer anzuschauen. Die meisten waren wohl etwas jünger als ich, wobei ich mit meinen zwanzig Jahren ja auch noch zu den jungen gehörte. Genüsslich trank ich die, inzwischen warme, Cola, die ich mir von zuhause mitgenommen hatte. Später würde ich mir noch etwas zu Essen im SB-Laden holen und eventuell ein, zwei Bier.
Zu meiner Rechten, dort wo die Bäume den Rasen begrenzten, standen die meisten Zelte. Viele Zwei-Mann-Zelte, aber auch ein paar große Steilwandzelte, wo Familien mit Kindern wohnten.
Ich konnte mich noch gut an die Zeit mit meinem Vater erinnern. Er hat mit der Familie auch immer gerne gezeltet. Von ihm habe ich wohl dieses unbeschwerte Gefühl geerbt. Leider ist er viel zu früh von uns gegangen. Ich war gerade 13 als er auf der Arbeit einfach umgefallen war und nicht wieder aufgewacht ist. Angeblich hatte er giftige Gase eingeatmet. Zum Glück bezahlte die Versicherung der Firma, sodass unsere Mutter ganz gut zurechtgekommen ist.
Trotzdem fehlte mir Vater sehr, denn er war für mich Vorbild und Held zugleich gewesen.
Meine ältere Schwester Lisa, war schon aus dem Haus und unsere Mutter hatte seit ein paar Monaten einen neuen Freund. Laslo war ganz in Ordnung, nur hatte ich das unbestimmte Gefühl, dass er unsere Mutter ausnutzte. Aber Warnungen schlug meine Mutter in den Wind. Es wurde Zeit für mich, aus dem Haus zu kommen!
Ich schaute dem Treiben in meiner Nachbarschaft zu und entdeckte ein junges Mädchen, dass vor einem der Steilwandzelte saß und irgendetwas auf dem Tisch tat.
Aus der Ferne konnte ich nicht erkennen was sie machte, deshalb beobachtete ich sie unauffällig.
Sie war aus gesprochen hübsch.
Svenjas Schweigen
schreibt franzl